Österreich

„Gibt keinen Notfallplan für die Schule“

06.09.2020 • 14:14 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Das neue Schuljahr soll mit einem Ampelsystem geregelt werden
Das neue Schuljahr soll mit einem Ampelsystem geregelt werden (c) APA/HANS PUNZ (HANS PUNZ)

Bildungsministerium habe Schulen nicht für Herbst gerüstet, kristiert Ökonom Hanno Lorenz.

Wer Schulen schließt und Eltern im Homeoffice als Hilfspädagogen heranzieht, muss damit rechnen, dass ihm daraus ein enormer Schaden entsteht – das zeigt eine Rechnung, die die wirtschaftsliberale Denkfabrik Agenda Austria im Zusammenhang mit dem Lockdown im Frühjahr angestellt hat. „Wenn man davon ausgeht, dass 1,3 Millionen Kinder zu Hause von den Eltern betreut werden mussten, sind bei der achtwöchigen Schulschließung im Frühjahr insgesamt 121 Millionen produktive Arbeitsstunden verloren gegangen. Dadurch entfielen knapp über sieben Milliarden Euro an Wertschöpfung, das entspricht 1,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts“, rechnet Hanno Lorenz, Ökonom bei der Agenda Austria, vor.

Abseits vom wirtschaftlichen Schaden hat die wochenlange Schließung der Schulen auch auf die Entwicklung der Kinder Auswirkungen, vor allem auf jene, die im Lockdown zu Hause keine Unterstützung beim „Homeschooling“ erhalten haben. Zeigen werde sich dieser Bildungsverlust vor allem im späteren Erwerbsleben mit einem geringeren Einkommen, betont der Ökonom.

Ist die Regierung für den bevorstehenden Schulstart besser gerüstet? „Keineswegs“, sagt Lorenz, „statt die Lehrkräfte in den Sommermonaten fit für den Umgang mit Computern zu machen, eine Lernsoftware zu entwickeln und dafür zu sorgen, dass alle Schüler digitale Inhalte nutzen können, wird mit einem Ampelsystem und einem Sonderurlaub für Eltern dafür gesorgt, dass der Schulstart möglichst normal abläuft.“

"Die Schulen sind für den Notfall nicht gerüstet", sagt Hanno Lorenz, Ökonom bei der (Agenda Austria)
„Man baut darauf, dass die Eltern das wieder irgendwie schaffen werden“, sagt Hanno Lorenz, Ökonom bei der Agenda AustriaSonstiges