Österreich

Commerzialbank: Vize-Aufsichtsratschef in Konkurs

19.10.2020 • 14:37 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
In Mattersburg ist nach dem Bankskandal ein weiteres Unternehmen pleite
In Mattersburg ist nach dem Bankskandal ein weiteres Unternehmen pleite Juergen Fuchs

Der Spengler und Dachdeckerbetrieb Zimmermann ist in Konkurs.

Das Landesgericht Eisenstadt eröffnete über das Vermögen des Spengler- und Dachdeckerbetriebes Zimmermann GmbH ein Konkursverfahren. Eigentümer ist Ernst Zimmermann, ehemaliger Vize-Aufsichtsratschef der Commerzialbank Mattersburg und Ex-Mitglied im Vorstand des SV Mattersburg.

Das Unternehmen hat den Konkurs selbst beantragt und soll weitergeführt werden, berichten die Gläubigerschutzverbände AKV, KSV und Creditreform. Betroffen sind 98 Dienstnehmer, davon 12 Angestellte, 81 Arbeiter und fünf Lehrlinge. Laut Unternehmen belaufen sich die Passiva auf 815.000 Euro, es gibt 65 Gläubiger. Das Unternehmen soll aufgrund der derzeit guten saisonalen Auftragslage zumindest bis November fortgeführt werden. Auch für 2021 sollen Aufträge vorhanden sein.

Söhne übernahmen im August

Im August 2020 – wenige Wochen nach Auffliegen des Skandals um die Commerzialbank – hatte Ernst Zimmermann die Geschäftsführung an seine beiden Söhne übergeben.

Die Insolvenz wird auch mit dem Konkurs der Commerzialbank (CB) und der seitens des Masseverwalters der CB fällig gestellten Kredite erklärt. Von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) sei die Sicherstellung von Konten angeordnet worden.

Geldwäsche-Verdacht

Ernst Zimmermann war seit 1995 im Aufsichtsrat der CB. Von den jahrelangen Malversationen durch zwei Vorstände habe er nichts mitbekommen, beteuert er. Gegen den Unternehmer wird aber selbst ermittelt. Die WKStA hat ein in Eisenstadt anhängiges Finanzstrafverfahren gegen den Dachdeckerei-Betreiber und dessen Zimmermann GmbH in das Hauptverfahren einbezogen. Der Vorwurf gegen Zimmermann lautet Verdacht auf Geldwäsche – es sollen fingierte Rechnungen in der Höhe von insgesamt 10,5 Millionen Euro ausgestellt worden sein. Zimmermann hat diese Vorwürfe bisher stets zurückgewiesen, es gilt die Unschuldsvermutung.