Österreich

Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 109,9

19.10.2020 • 17:09 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Deutlicher Zuwachs binnen weniger Tage
Deutlicher Zuwachs binnen weniger Tage AFP

Besorgniserregende Entwicklung vor allem in westlichen Bundesländern.

Die Sieben-Tage-Inzidenz – die Anzahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner, die bei der Beurteilung des epidemiologischen Geschehens eine zentrale Rolle spielt – ist in den vergangenen Tagen in Österreich deutlich gestiegen. Lag der Wert am Freitag noch bei 94,8, wies das Dashboard der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) am Montag, 14.00 Uhr 109,9 aktuelle SARS-CoV-2-Fälle je 100.000 Einwohner aus.

Bezogen auf die einzelnen Bundesländer, lag Salzburg mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 177,9 – am Freitag hielt man noch bei 139,8 – deutlich vorn. Auf den Plätzen folgten Vorarlberg mit 160,8 (am Freitag: 124,8), Tirol mit 158,9 (am Freitag: 139,8) und Wien mit 146,3 (am Freitag: 134,5). Das ist insofern bemerkenswert, als die Länder Salzburg und Tirol ihre Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus zuletzt drastisch verschärft hatten, während man sich in der Bundeshauptstadt zurückhaltender gab. Mit 23. Oktober tritt dann ein am Montag von der Bundesregierung verkündetes österreichweites Maßnahmenpaket in Kraft, das einen zweiten Lockdown und eine Überlastung des Gesundheitssystems verhindern soll.

Salzburger Tennengau schwer betroffen

Im Salzburger Tennengau ist das epidemiologische Geschehen als dramatisch zu bezeichnen. Im Bezirk Hallein mit der unter Quarantäne gestellten Gemeinde Kuchl hält man mittlerweile bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 513,5. Im Pongau liegt diese bei 225,9, im Flachgau bei 207,5.

In Tirol befinden sich inzwischen fünf von neun Bezirken deutlich oder knapp unter der 200er-Grenze. Die Landeshauptstadt Innsbruck verzeichnet aktuell eine Sieben-Tage-Inzidenz von 243,0, der Bezirk Schwaz im Unterland 230,1. Imst hat mit 191,5 den Bezirk Innsbruck Land (188,5) überholt. Auch in Landeck geht die Inzidenz mit 180,3 deutlich nach oben.

In Vorarlberg gibt es keinen Bezirk mehr, der eine Sieben-Tage-Inzidenz unter 124,0 aufweist. Exakt diesen Wert verzeichnet Bludenz. An der Spitze steht Feldkirch mit 182,9, Bregenz und Dornbirn halten bei 1630,0 bzw. 160,6.

In Oberösterreich dürfte es mit dem Bezirk Schärding einen zweiten Rot-Kandidaten bei der nächsten Ampelschaltung gehen, sollte dort die Entwicklung nicht in den Griff zu bekommen sein. Im Moment zeigt der nordwestliche Bezirk eine Sieben-Tage-Inzidenz von 226,8, die zuletzt auf Rot geschaltete Stadt Wels hält demgegenüber bei 204,1.

In der Steiermark mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 65,7 liegt gegenwärtig noch kein Bezirk über der 100-er-Marke. Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz weist das Murtal auf (88,9). Spitzenreiter im stärker betroffenen Niederösterreich ist Bruck/Leitha (135,3), gefolgt von Waidhofen/Thaya (123,6) und St. Pölten Stadt (118,1). Im Burgenland liegen Neusiedl/See (156,2) und Oberwart (103,6) vorne.

Das einzige Bundesland, das bei der Sieben-Tage-Inzidenz noch unter der Grenze von 50 liegt – bei Überschreiten dieser Schwelle wird in Deutschland in den betroffenen Städten und Regionen automatisch die Sperrstunde in der Gastronomie auf 23.00 Uhr vorverlegt -, ist Kärnten. Die landesweite Inzidenz von 49,7 wird allerdings in der Stadt Klagenfurt mit 98,2 und St. Veit/Glan mit 91,7 deutlich überboten.