Österreich

So soll Schule funktionieren

14.11.2020 • 20:05 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bildungsminister Heinz Faßmann: "Auch nach der Rückkehr wird es nicht dasselbe sein wie bisher"
Bildungsminister Heinz Faßmann: “Auch nach der Rückkehr wird es nicht dasselbe sein wie bisher” APA/HERBERT NEUBAUER

Weiterhin für Kinder geöffnet, die nicht zu Hause bleiben können.

“Am 7. Dezember kehren wir in die Schulen zurück”, versprach Bildungsminister Heinz Faßmann. Allerdings: “Es wird nicht derselbe Schulbetrieb sein wie bisher.” Nach der Rückkehr werde es verschärfte Hygienebedingungen sowie eine Pflicht zum Tragen des Mund-Nasen-Schutzes auch für alle über 10-Jährigen geben, weiters Schichtbetrieb, ein Ausweichen auf zusätzliche Räume, FFP2-Masken für Lehrerinnen und Lehrer.

Warum es dabei nicht bleiben konnte, sondern die kommenden zweieinhalb Wochen – netto sind es 14 Schultage – auch die Schulen in den Lockdown gehen, begründete Kanzler Sebastian Kurz: Es stimme leider nicht, dass Kinder nicht ansteckend seien. Die Sieben-Tages-Inzidenz insgesamt habe zuletzt den Wert von 550 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner erreicht. Um die Epidemie einzudämmen, müsse ein Wert von 50 erreicht werden. Der Wert von Kindern sei zwar geringer als der Durchschnittswert, aber immer noch das Fünffache des Grenzwerts von 50: Rund 250 von 100.000 10 – 14-Jährigen steckten sich mit dem Virus an.

Die Umstellung gilt ab kommenden Dienstag, 16. November, sodass der Montag noch für die Umorganisation bleibt. Besonders wichtig sind Faßmann die ganz Großen und die ganz Kleinen. Das sind die Regelungen im Detail:

Schularbeiten und Tests werden verschoben auf die Zeit nach dem 7. Dezember, so Faßmann. “Und wir werden auch danach darauf achten, dass es auch nach der Wiedereröffnung zu keiner Überlastung kommt.” Die Leistungsberurteilung könne auch über die Mitarbeit erfolgen. In der Zeit des Lockdowns solle jedenfalls kein neuer Stoff durchgenommen sondern das bisher Unterrichtete verfestigt werden.

Für Universitäten gilt ab kommende Woche ebenfalls endgültig die Pflicht zum Distance Learning: Bisher fanden an einzelnen Instituten auch Vorlesungen noch als Präsenzveranstaltungen statt, die Universitäten beriefen sich auf ihre Unabhängigkeit. Jetzt dürfen nur noch Labors und andere Veranstaltungen physisch abgehalten werden, bei denen es auf Distanz gar nicht geht.

Zusammenkünfte zu unbedingt erforderlichen beruflichen Aus- und Fortbildungszwecken und die Absolvierung von beruflichen Abschlussprüfungen, die eine Anwesenheit erfordern und digital nicht möglich sind, dürfen ebenfalls noch stattfinden, beispielsweise AMS-Kurse.

Die Fahrschulen müssen schließen.

Faßmann zusammenfassend: “Aus sozialen, pädagogischen wirtschaftlichen, und frauen-emanzipatorischen Gründen haben sich viele für offene Schulen eingesetzt, aber die Schulen sind eingebettet in das Gesamtkonzept. Sie werden jedenfalls als letztes geschlossen, gemeinsam mit dem Handel, und als erstes wieder geöffnet.”

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