Österreich

Was man rund um Freitesten wissen muss

11.02.2021 • 16:06 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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APA/EXPA/JFK

Tirol blickt auf Frei(test)tag – welche Regelungen und Ausnahmen es gibt.

1 Ab wann gelten welche Regeln für Tirol?
Ab Freitag müssen Menschen, die aus Tirol ausreisen, ein negatives Corona-Testergebnis vorweisen, das nicht älter als 48 Stunden ist. Diese Maßnahme soll vorerst für zehn Tage gelten. Ausgenommen sind Kinder bis zum Alter von zehn Jahren – und Osttirol.

2 Was geschieht, wenn ich ohne Test ausreisen will?
Polizei und Bundesheer kontrollieren an der Landesgrenze. Dafür werden rund 1000 Beamte abgestellt, davon 150 Soldaten. Wer ohne Test erwischt wird, muss mit einer Strafe in Höhe von bis zu 1450 Euro rechnen.

3 Warum wurde diese Maßnahme verhängt?
Bundeskanzler Kurz begründete das Freitesten mit der Ausbreitung der südafrikanischen Mutante, die bisher vor allem im Zillertal und im Bezirk Schwaz nachgewiesen wurde. Insgesamt gibt es 430 Verdachtsfälle, 165 wurden bis gestern von der Ages bestätigt. Ein Problem ist, dass etwa der Impfstoff von AstraZeneca bei dieser Variante eine deutlich geringere Wirkung zeigt. Pläne, wirksamere Vakzine für Tirol zu reservieren, gibt es laut Minister Anschober bisher nicht.

4 Gibt es politischen Konsens was das Freitesten in Tirol betrifft?
Nein. Während SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner die Maßnahmen als „zahnlos“ und „zögerlich“ bezeichnet, fordert die FPÖ die Öffnung Tirols und einen neuen Impfplan für das Bundesland. In Tirol herrscht teils Unverständnis, warum das ganze Land isoliert wird, und nicht etwa nur die Hotspots. Jurist Peter Bußjäger zweifelt in der Tiroler Tageszeitung, ob die Maßnahme rechtlich halten wird. Auch könne sich das mutierte Virus dann ja innerhalb Tirols trotzdem verbreiten.

5 Wie sinnvoll ist die Maßnahme aus medizinischer Sicht?
„Leute herauszufischen, die gerade infektiös sind, ist natürlich sinnvoll“, sagt der Infektiologe Herwig Kollaritsch. Weil es eine hundertprozentige Lösung zur Verhinderung der Ausbreitung von Mutationen nicht gebe, müsse man das Infektionsgeschehen so gut wie möglich eindämmen. Weiters müsse die Testfrequenz erhöht werden und das Contact-Tracing müsse gut und vor allem rasch funktionieren. „Schnelligkeit ist hier besonders wichtig“, erklärt er. „Wenn wir diese traditionellen Möglichkeiten konsequent ausschöpfen, sollte das genügen, um ausreichend Zeit zu gewinnen.“ Denn es gehe hauptsächlich darum, die Ausbreitung einzudämmen, bis die Bevölkerung immunisiert ist. „Natürlich wäre es am besten, die betroffenen Gebiete für zwei Wochen abzuriegeln, dann wäre die Lage unter Kontrolle.“

6 Wo kann ich mich testen lassen?
In Apotheken und Teststraßen – ein Antigen-Test ist ausreichend.