Österreich

Frau auf Zwillingskogel tödlich verunglückt

07.03.2021 • 12:54 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Frau auf Zwillingskogel tödlich verunglückt

Auf dem Zwillingskogel ist eine Bergsteigerin aus Wien tödlich verunglückt.

Eine Wienerin ist am Freitag im Gemeindegebiet von Grünau im Almtal (Bezirk Gmunden) tödlich abgestürzt. Die Frau hatte am Freitagnachmittag alleine eine Wanderung auf den Zwillingskogel unternommen. Als sie am Abend nicht zurückkehrte, alarmierte ihre Familie die Einsatzkräfte. Eine großangelegte Suchaktion im Neuschnee blieb vorerst erfolglos. Samstagvormittag wurde die verunglückte Wanderin tot aufgefunden, berichtete die Bergrettung.

Die Frau, geboren 1982, stieg Freitagnachmittag alleine auf den Zwillingskogel auf. Sie wollte über den sogenannten Jägersteig über einen unmarkierten Weg zum Zwillingskogel und von dort über den markierten Weg „Durchgang“ zurück in den Hauergraben zum Auto gehen. Die Route hatte sie sich aus dem Internet gesucht. Kurz zuvor hatte die Lehrerin bis Mittag noch Fernunterricht vom Haus ihres Bruders gegeben.

Nach Telefonanruf abgestürzt

Um 17.30 Uhr rief die Frau ihren Vater an und berichtete ihm, dass sie sich vergangen habe und nun in „Schlangenlinien“ absteige. Bruder und Schwägerin alarmierten kurz vor 20.00 Uhr die Einsatzkräfte. Eine großangelegte Suchaktion wurde gestartet. Die Bergrettung Grünau stieg über die geplanten Routen zum Zwillingskogel auf. Da es seit dem frühen Vormittag bis ins Tal geschneit hatte, blieben die Bergretter aber mit den Fahrzeugen bald stecken. Sie waren laut eigenen Angaben selbst von den Schneemengen bis knietief im Gipfelbereich überrascht.

Am Gipfel gab es an diesem Tag keine Eintragungen. Am Jägersteig entdeckten die Bergretter verschneite Spuren bis direkt unter dem Gipfel – es war aber unklar, ob diese von einer oder mehreren Personen stammten. Die Suche im Neuschnee war schwierig und weder die Bergretter noch der in der Zwischenzeit eingetroffene Polizeihubschrauber konnte eine Person orten. Der Einsatz musste um 3.00 Uhr abgebrochen werden.

Felsabbruch übersehen

Samstag um 5.45 Uhr starteten die Einsatzkräfte erneut. Die Bergrettung und Polizei mit Hubschrauber konzentrierten sich dabei wieder auf den Bereich der teilweise aufgefunden Spuren. Knapp drei Stunden später wurde der leblose Körper der Frau unter einem Baum im Schnee entdeckt. Die Vermisste war in einem extrem steilen und teilweise felsdurchsetzten Waldgebiet über einen Felsabbruch 30 Meter abgestürzt und weiter abgerutscht.

Bergretter brachten die Leiche ins Tal. Insgesamt waren bei dem Einsatz 27 Mann der Bergrettung Grünau, 18 Mann der Bergrettung Gmunden, zwei Mantrailerhunde der Bergrettung, sieben Mann der FF-Grünau, die FF-Scharnstein mit Hubschrauber-Tankanhänger, ein Landwirt mit Traktor sowie die Polizei und Alpinpolizei mit Polizeihubschraubern dabei.