Österreich

So erkennt man Fake Shops

24.04.2021 • 14:38 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Louise Beltzung wurde für ihre Entwicklung mit dem ACR-Innovationspreis ausgezeichnet
Louise Beltzung wurde für ihre Entwicklung mit dem ACR-Innovationspreis ausgezeichnet OIAT

Forscherin entwickelt Fake Shop Detector, der Internet-Betrug entlarvt.

Ein Fake Shop Detector, der Internet-Betrug entlarvt und vor Fake Shops warnt, wurde am ÖIAT, dem Österreichischen Institut für angewandte Telekommunikation, entwickelt. Forscherin Louise Beltzung wurde dafür mit dem ACR-Innovationspreis 2020 ausgezeichnet. “Wir sehen, dass die Cyberkriminalität jährlich zunimmt, obwohl wir von einer Dunkelziffer sprechen”, sagt die Sozioökonomin, die den Cyberkriminellen auch mit Künstlicher Intelligenz zu Leibe rückt. “Die Betrüger würden gehen immer professioneller vor daher braucht es immer mehr Kompetenz der User, um überhaupt zu entdecken, dass es sich um Betrug handelt.”

Internet-Betrugsfälle steigen stark

10.500 Meldungen von Betrugsfällen wurden 2019 in Österreich bei Watchlist Internet  gemeldet, das bedeutete eine Zunahme von 30 Prozent. 2020 stieg die Zahl weiter an.

An den Internet Ombudsmann wurden 6534 Schlichtungsfälle im Jahr 2020 herangetragen.

Die Dunkelziffer bei Internet-Betrugsfällen wird viel höher eingeschätzt. 

Streaming-Fakes, Masken-Betrug

Besonders häufige Betrugsfälle würden bei vermeintlich kostenlosen Streaming-Angeboten passieren. “Den Leuten werden Gratiszugänge suggeriert zu Abonnements, wo sie dann zahlen müssen.” Bei e-Commerce-Betrügereien kam es im Corona-Jahr 2020 besonders häufig zu Fake Angeboten bei Schutzausrüstung, Tests und Masken. “Die Betrüger nutzen die Verunsicherung der Menschen.”

Über 10.000 Fake Shops erkannt

“Wir nutzen die Meldungen und warnen andere”, erklärt Beltzung das Prinzip des Fake Shop Detectors. Für diesen kann man sich unter www.fakeshop.at voranmelden, Anfang Mai wird er einsatzbereit sein und man kann ihn als Browser-plug-in gratis herunterladen (siehe Bild). Bei verdächtigen Seiten poppt dann der Fake Shop Detector warnend auf. Im Video-Interview führt Beltzung vor, wie der Detector eine Fake-Seite enttarnt und wie das Alarmsystem funktioniert. Und sie gibt außerdem Tipps, wie man sich generell vor Cyberbetrügern in Acht nimmt.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Sonstige angezeigt.

Der Fake Shop Detector überprüfe jede abgerufene Website in zwei Schritten, erklärt die Forscherin. “Als erstes wird eine Datenbank zu seriösen und betrügerischen Onlineshops durchsucht, die von Expertinnen und Experten kuratiert wird. Ist eine Website unbekannt, kommt es als zweites zu einer Echtzeitanalyse durch Künstliche Intelligenz. Seit Ende Juli 2020 wurden bereits 17.404 Shopbewertungen über den Fake-Shop Detector durchgeführt. Der Fake-Shop Detector kennt mehr als 10.850 betrügerische Onlineshops und mehr als 16.000 vertrauenswürdige Onlineshops der DACH-Region.”

Auf www.fakeshop.at kann man sich für den fake Shop Detector bereits voranmelden, Anfang Mai gratis herunterladen
Sonstiges

Projekt Sindbad

Im Entwicklungsstadium lief Projekt für den Fake Shop Detector unter dem Projektnamen SINDBAD. Es wurde vom ÖIAT geführt, mit dabei sind Expertinnen und Experten des AIT für KI, des oberösterreichischen Unternehmens XNET für IT, von Ciuvo (Geizhals Tochter) für e-Commerce, das Konsumentenschutzministerium und im Vorprojekt auch das Kuratorium Sicheres Österreich (KSÖ).

Tipps der Expertin gegen Betrug

Impressum: Nachschauen, ob die Seite oder das Webshop überhaupt ein Impressum hat, um herauszufinden, wer dahinter steht.

Domainadresse: Passt diese überhaupt zum Shop und seinen Angeboten?

Vorsicht bei Vorkassa. Im Prozess der Bestellung sind oft alle Zahlungsmittel angegeben, wenn dann an einem Punkt nur mehr Vorkassa möglich wird, ist Vorsicht geboten.