Österreich

Plastikpfand in Supermärkten scheint fix

06.10.2021 • 14:41 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Plastikpfand in Supermärkten scheint fix

In Österreich soll es ab 2025 ein Pfand auf PET-Flaschen und Dosen geben.

Jahrelang ist darum gerungen worden, nun scheint es eine Einigung zu geben: In allen österreichischen Supermärkten werde ein Pfandsystem auch für PET-Flaschen und Dosen eingeführt, schreibt die Gratis-Zeitung “Heute”. Mit an Bord seien auch die Diskonter und die Wirtschaftskammer. Die Details dazu sollen am Freitag präsentiert werden.

Der Pakt sieht Folgendes vor: Das Abfallwirtschaftsgesetz (AWG) werde novelliert. Spätestens ab 2025 soll es im gesamten Lebensmittelhandel ein Recycling-System geben, auch bei den Diskontern. Bisher konnte man dort keine Glasflaschen zurückgeben, während das in den “klassischen Supermärkten” bereits seit längerem möglich ist. Die Glasbehältnisse können dadurch wiederbefüllt, also wiederverwendet werden.

..sonst drohen Strafzahlungen

In Österreich werden jährlich 1,6 Milliarden Getränkeflaschen aus Kunststoff in Umlauf gebracht. 70 Prozent davon werden gesammelt und recycelt. Dies reicht aber nicht aus, die EU-Richtlinie zu Single-Use-Plastic zu erreichen. Somit drohen Strafzahlungen von 20 bis 45 Millionen Euro.

De EU-Richtlinie sieht vor, dass Getränkeflaschen aus Kunststoff bis zum Jahr 2025 zu zumindest 77 und bis zum Jahr 2029 zu zumindest 90 Prozent getrennt gesammelt und auch recycelt werden müssen. Aktuell beträgt die Sammelquote in Österreich eben noch 70 Prozent.

Ein Pfandsystem, wie es nun offenbar in Österreich kommt, würde die Lücke laut einer Studie am effizientesten und kostengünstigsten schließen.

Kommen werde auch ein Pfand auf Einweggebinde wie PET-Flaschen und Dosen. In Zukunft sollen Händler leere Verpackungen zurücknehmen, auch wenn die Getränke anderswo gekauft worden seien. Auch neue Automaten soll es geben. Ab 2025 könnte eine Dose oder eine Plastikflasche um 20 bis 30 Cent mehr kosten. Das Geld würden die Konsumenten bei Rückgabe retour bekommen.

Schluss mit Einwegplastik

Im AWG sollen außerdem ein verbindliches Mehrwegangebot bei Getränken in Supermärkten, ein Verbot bestimmter Einwegplastikprodukte, ein Importverbot vermischter Industrieabfälle und eine Verlagerung von Abfalltransporten auf die Schiene festgehalten werden.

Das Klimaschutzministerium wollte sich gegenüber “Heute” nicht äußern. Auch für die APA war es vorerst für eine Bestätigung bzw. eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Auch wenn die offizielle Bestätigung zur Einigung noch nicht da ist, freute sich die Umweltschutzorganisation Global 2000 bereits über den großen “Durchbruch”. “Monatelang haben wir uns fürs Pfandsystem stark gemacht. Nun bekommen Getränkeverpackungen einen Wert und können gleich wie Mehrwegflaschen im Supermarkt zurückgebracht werden”, so Lena Steger von Global 2000.

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