Österreich

Deswegen herrscht Corona-Alarm

21.11.2021 • 12:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Covid-19-Behandlung vor dem Kollaps: Das Pflegepersonal ist am Ende seiner Kräfte
Covid-19-Behandlung vor dem Kollaps: Das Pflegepersonal ist am Ende seiner Kräfte APA/BARBARA GINDL

Zu viele Menschen sterben, zu viele landen auf Intensivstationen.

Warum hat sich die Regierung letzten Endes dafür entschieden, den Lockdown zu verkünden? Diese fachliche Begründung des Gesundheitsministeriums wurde allen Parlamentsparteien im Vorfeld zur heutigen Entscheidung des Hauptausschusses übermittelt: Es wird präzise aufgelistet, was die Probleme auf den Intensivstationen sind, wie es sich mit der Ansteckungsgefahr und der Zahl der Erkrankten und Toten verhält und wo das Infektionsrisiko am höchsten ist.

Und das ist der Grund, warum ein Lockdown als derzeit einzig sinnvolle Maßnahme erachtet wird:

Kontakte und Interaktionen zu reduzieren gehört zu den wichtigsten Maßnahmen, um die Ausbreitung des Virus in der Bevölkerung zu verhindern, da es zu einer Reduktion der Möglichkeiten, bei denen eine Virusübertragung stattfinden kann, kommt.

Die Wirkung von Lockdown wurde anfangs eher gering eingeschätzt. Ein neueres Papier, welches sowohl die erste als auch die zweite Welle untersucht, schätzt, dass die Maßnahme Lockdown eine Reduktion der Reproduktionszahl um etwa 52% bewirkt.

Eine systematische Übersichtsarbeit im Auftrag des europäischen Zentrums für Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC), ebenfalls neueren Datums, fand in 45 eingeschlossenen Studien in europäischen Ländern, dass die Einführung von Social Distancing Maßnahmen (Lockdown) im Rahmen der ersten Welle, idealerweise früh im Verlauf der Pandemie gesetzt, die Anzahl der Fälle sowie Hospitalisierung reduzieren konnte.

Eine Vielzahl weiterer Studien belegt den maßgeblichen Einfluss von Social Distancing Maßnahmen wie Lockdown auf die Reproduktions- und Fallzahlen. Die Studien betonen allerdings, dass der Lockdown allein nicht reicht, wichtig sei die Kombination verschiedenster Maßnahmen.

Das Gesundheitsministerium stellt abschließend fest:

“Obwohl von Geimpften und rezent Genesenen eine wesentlich geringere epidemiologische Gefahr ausgeht als von Ungeimpften, ist es fachlich gerechtfertigt in Anbetracht des hohen Fallgeschehens und der drohenden Überlastung des Gesundheitswesens auch Geimpfte in den Lockdown einzubeziehen, da keine gelinderen Maßnahmen zur Verfügung stehen, um kurzfristig das Verbreitungs- und Systemrisiko in ausreichendem Maße dämpfen zu können.”

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