Österreich

Photovoltaik-Produzent Energetica insolvent

22.11.2021 • 18:14 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Geschäftsfüher Andreas Kogler mit Söhnen Andreas jun. und Georg und René Battistutti
Geschäftsfüher Andreas Kogler mit Söhnen Andreas jun. und Georg und René Battistutti Markus Traussnig

112 Mitarbeiter und 230 Gläubiger sind von der Insolvenz betroffen.

Der Photovoltaikmodul-Produzent Energetica aus Liebenfels (Adresse: Energieplatz 1) mit dem geschäftsführenden Gesellschafter Andreas Paul Kogler an der Spitze, ist mit Passiva von 24,9 Millionen Euro insolvent: Am Landesgericht Klagenfurt wurde am Montag ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet.

112 Dienstnehmer und 230 Gläubiger sind betroffen, berichten KSV1870 und AKV Europa. Das 2004 gegründete Unternehmen, das im August 2018 das laut eigener Auskunft “größte Solarwerk Europas” eröffnete, soll aber fortgeführt werden.

Der Liquidationswert (entspricht den Aktiva) beträgt 2,9 Millionen Euro. Geplant ist, den Gläubigern 20 Prozent Quote in vier Raten zu je fünf Prozent binnen drei Jahren zu zahlen. Wie dem KSV1870 bekannt ist, soll das Sanierungsplanerfordernis aus Zuschüssen seitens eines Investors im Zuge des Sanierungsverfahrens aufgebracht werden.

Photovoltaik-Produzent Energetica insolvent
Energetica-Produktionshalle in Liebenfels. Die Gemeinde änderte für die das Unternehmen sogar die StraßenführungKleine Zeitung

Von Energetica heißt es, die Geschäftsführung habe ein Fortführungskonzept zur Senkung und Optimierung der Produktionskosten erarbeitet. Es soll unter anderem die Umstellung vom Vier- auf Dreischichtbetrieb beinhalten. Die bisherige Wachstumsstrategie auf 50 Millionen Euro Jahresumsatz werde “nicht weiterverfolgt”.

Photovoltaik-Produzent Energetica insolvent
Kleine Zeitung

Laut Insolvenzantrag stehen die Ursachen der Insolvenz im Wesentlichen mit der Corona-Krise in Zusammenhang. Energetica bezog die Grundstoffe für die Produktion, also etwa Glas und Zellen sowie die Maschinen für die Produktion aus China. Durch Corona kam es zum Ausfall von Lieferketten, wodurch die Produktion unterbrochen wurde. Für die Einstellungs- und Optimierungsarbeiten konnten aufgrund der eingeschränkten Reisetätigkeiten auch die chinesischen Techniker nicht eingesetzt werden. Im August 2021 kam es noch zu einer Kapitalerhöhung von Seiten der Gesellschafter, sodass das Eigenkapital Ende August 2021 noch positiv war. Im September kam es zu einem massiven Auftragsrückgang, sodass kaum ein Umsatz lukriert werden konnte.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.