Österreich

Kickl attackiert Regierung heftig

09.01.2022 • 18:09 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Herbert Kickl kritisiert die Regierung bei einer Corona-Demo in Tirol.<span class="copyright">Daniel Liebl</span>
Herbert Kickl kritisiert die Regierung bei einer Corona-Demo in Tirol.Daniel Liebl

Demo: Er sprach von einem “Tiroler Neujahrskonzert der Freiheit”.

Unter tosendem Applaus hat Sonntagnachmittag FPÖ-Bundesparteiobmann Herbert Kickl bei einer Demonstration gegen die Coronamaßnahmen und die Impfpflicht in Innsbruck die Bühne am Landhausplatz betreten. Vor laut Polizeiangaben rund 6.000 Menschen machte Kickl einmal mehr gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung mobil. Er sprach von einem “Tiroler Neujahrskonzert der Freiheit”, das man gen Wien erschallen lasse. Seine “Neujahrsbotschaft”: “Ihr werdet uns nicht brechen”.

Kickl attackiert Regierung heftig
Corona-Demo in Tirol© APA/DANIEL LIEBL

Kickl ritt heftige Attacken am laufenden Band. Es gelte Widerstand zu leisten gegen die “Falotten-Regierung”, die er auch als “Polit-Löwingerbühne” bezeichnete. “Ihr werdet uns nicht stoppen”, rief der FPÖ-Chef der türkis-grünen Bundesregierung vor der tobenden Menge, von denen der Großteil keine Maske trug, zu. Er “geniere” sich für die Regierungsmitglieder, die an einem “schweren Verlauf politischer Verblendung” litten. Alle seien die “Betrogenen” aufgrund der anhaltenden Maßnahmen – Geimpfte wie Ungeimpfte und Genesene.

Wer sich aber nicht füge, werde aber “ausgegrenzt oder kriminalisiert”, prangerte Kickl an und schlussfolgerte: “Sie wollen uns alle umprogrammieren”. Doch er und die Demonstrierenden seien “keine Knechte” sondern “das Souverän”. “Wir sind das Volk”, rief Kickl. “Freiheit” skandierte die Menge. Es wurden Tirol-Flaggen geschwungen und Kuhglocken geschwungen, einige hatten Tee und Schnaps dabei, ein Mann trug einen Hut mit Mittelfinger, ein anderer eine lange Lügen-Nase, die an Pinocchio erinnerte. Viele Schilder bezogen sich auf die Impfpflicht, wobei “Impfverbrechen” – insbesondere an Kindern – angeprangert und Vergleiche zum Nürnberger Kodex von 1947 gezogen wurden. Ferner war auf den Schildern auch vom “Nein zur Gen-Therapie” zu lesen und “Platter schleich di”. Ein Demonstrant war der Meinung, dass es “ohne Medien keine Pandemie” gäbe und “die Regierung uns zerstört, nicht das Virus”.

Die Regierenden würden sich zunehmend “ihr eigenes Grab schaufeln”, zeigte sich indes FPÖ-Obmann Kickl überzeugt, sie seien “die eigenen Totengräber”. Es werde schließlich eine “schöne Leich geben”, deren Begräbnis er gerne beiwohnen werde, so Kickl.

Nach Kickls Rede setzte sich die Menge dann für einen Marsch durch die Innenstadt in Bewegung. Rund 5.500 bis 6.000 Personen nahmen teil, schätzte ein Polizeisprecher gegenüber der APA. Bis zu 24.000 Personen hätten laut Angaben der Tiroler FPÖ zudem die Redebeiträge am Landhausplatz via Live-Stream mitverfolgt. Während des Marsches skandierte die Menge “Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Freiheit klaut” und “Widerstand”, es liefen Hits mit Freiheits-Bezug, etwa “Looking for Freedom” von David Hasselhoff. Die Redner wandten sich aus einem Lkw an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.