Österreich

Uni-Wien lässt Zadić-Dissertation prüfen

14.03.2022 • 21:17 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Justizministerin Zadic
Justizministerin Zadic APA/TOBIAS STEINMAURER

Internationale Gutachter sollen vor dem Sommer ein Ergebnis vorlegen.

Die Universität Wien leitet ein Prüfverfahren über die Dissertation von Justizministerin Alma Zadić (Grüne) ein. Das teilte die Uni nach einer internen Vorprüfung aufgrund einer anonymen Plagiatsanzeige der APA mit. Gesucht werden nun internationale Gutachter – das Ergebnis soll in einigen Monaten, vermutlich nach dem Sommer, vorliegen.

Grund für die Einleitung ist ein der Uni Wien im Februar vom ÖVP-nahen Online-Medium Exxpress übermitteltes anonymes Gutachten. Zadić hatte 2017 über den Einfluss des UN-Tribunals für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) auf die Rechtsentwicklung in den Nachfolgestaaten dissertiert.

“Objektive Überprüfung durch Wissenschaftler”

“Die Universität Wien ist den Kriterien der wissenschaftlichen Redlichkeit verpflichtet. Diese gelten für jede wissenschaftliche Arbeit, unabhängig von Fach und Person”, teilte die Universität mit. “Bei Hinweisen auf Plagiatsverdacht bei Arbeiten, für die bereits ein akademischer Grad vergeben wurde, prüft die Universität Wien und leitet ein Verfahren ein, wenn es möglich erscheint, dass die Regeln der guten wissenschaftlichen Praxis nicht eingehalten worden sein könnten.”

Aus dem Büro von Zadić hieß es gegenüber der APA, dass man über die Einleitung des Verfahrens verständigt worden sei. “Wir begrüßen, dass die anonymen Vorwürfe damit objektiv durch Wissenschaftler überprüft und ausgeräumt werden können.”

Ein Plagiat liegt dann vor, wenn “Texte, Inhalte oder Ideen übernommen und als eigene ausgegeben werden”, heißt es im Universitätsgesetz. Dies umfasse “insbesondere die Aneignung und Verwendung von Textpassagen, Theorien, Hypothesen, Erkenntnissen oder Daten durch direkte, paraphrasierte oder übersetzte Übernahme ohne entsprechende Kenntlichmachung und Zitierung der Quelle und der Urheberin oder des Urhebers”. Die Verfasserin bzw. der Verfasser muss außerdem mit Täuschungsabsicht handeln.

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