Österreich

Maske fällt im Handel

14.04.2022 • 14:19 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Am Karsamstag fällt die allgemeine Maskenpflicht in Innenräumen, hat Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) heute bekanntgegeben
Am Karsamstag fällt die allgemeine Maskenpflicht in Innenräumen, hat Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) heute bekanntgegeben APA/HANS PUNZ

Am Samstag fällt die generelle Maskenpflicht in Innenräumen.

Am Samstag, 16. April, werden die Corona-Maßnahmen erneut gelockert: Die generelle Maskenpflicht in Innenräumen fällt. In der Gastronomie und dem nicht-essenziellen Handel muss künftig keine Maske mehr getragen werden. In öffentlichen Verkehrsmitteln, Krankenhäusern und dem lebensnotwendigen Handel (zum Beispiel im Supermarkt) gilt die FFP2-Pflicht aber weiter. Die neue Verordnung gilt bis 8. Juli.

Die Gültigkeit des Grünen Passes wird für dreifach Geimpfte von neun auf zwölf Monate verlängert. Denn ab Juni beginnt der Impfnachweis auch für die ersten Dreifachgeimpften abzulaufen. Das Nationale Impfgremium empfiehlt einen vierten Stich aber nur für Risikogruppen.

Ab Samstag, 16. April gilt:

Für Genesene und zweifach Geimpfte gilt er weiterhin sechs Monate lang. Die Botschaft sei: “Wer dreimal geimpft ist, kann unbeschwert in den Urlaub fahren!”, so der Gesundheitsminister, der einmal mehr appellierte, sich den dritten Stich zu holen.

Maske bleibt alltäglicher Begleiter

Auch wenn die allgemeine Maskenpflicht gefallen ist: Das Gesundheitsministerium empfiehlt weiterhin das Tragen einer FFP2-Maske in Innenräumen. Ohnehin bleibt die Maske stetiger Begleiter, denn zum lebensnotwendigen Handel zählen neben Lebensmittelhändlern wie Supermärkten etwa auch Apotheken, Drogerien, Tankstellen, Banken, Postfilialen oder Trafiken.

Zum öffentlichen Verkehr werden neben Bus und Bahn (und deren Haltestellen) zum Beispiel auch Taxis oder Seilbahnen gezählt. Auch in Einkaufszentren, Behörden, Gerichten und Einrichtungen zur Religionsausübung muss grundsätzlich weiterhin die Maske getragen werden.

Kurz gesagt: In allen Innenräumen, in die man zwingend gehen können muss, gilt weiterhin die Maskenpflicht. Das betonte auch der Gesundheitsminister: “Diese kleine Unannehmlichkeit sollten wir in Kauf nehmen, weil wir andere und uns schützen.”

Arbeitnehmer in den Masken-befreiten Bereichen müssen keinen entsprechenden Schutz mehr anlegen. Das heiß: eine Verkäuferin im Supermarkt muss weiter FFP2-Maske tragen, sofern es keine anderen geeigneten Schutzeinrichtungen wie Plexiglas gibt, eine Verkäuferin im Modehandel darf hingegen ihr Gesicht zeigen.

Stark zurückgenommen werden die Präventionskonzepte. Sie müssen außerhalb des Pflege- und Gesundheitssektors nur noch bei Veranstaltungen mit 500 Personen oder mehr erstellt und ein Präventionsbeauftragter ernannt werden.

“Hin und Her bei Maßnahmen” laut Rauch beendet

Er sei mit der Absicht angetreten, um bei der Pandemiebekämpfung “Ruhe und Ordnung hineinzubringen” und das Vertrauen der Bevölkerung zurückzugewinnen, sagte Rauch am Donnerstag bei der Pressekonferenz zur Präsentation der Lockerungen.

In der Omikron-Welle im Herbst sei die Maskenpflicht in Innenräumen notwendig gewesen, “jetzt hat sich die Situation deutlich entspannt”, so der Gesundheitsminister. Das werde in den nächsten Tagen und Wochen laut Prognosen auch so bleiben. “Das heißt, jetzt ist der richtige Zeitpunkt für Lockerungen“.

Die Gültigkeit der neuen Verordnung bis zum allgemeinen Beginn der Sommerferien im Juli schaffe “endlich Klarheit und Planungssicherheit über einen längeren Zeitraum”, sagte Rauch: “Das ständige Hin und Her bei den Maßnahmen können wir heute endlich beenden”.

Freude und Kritik

Auch Wien, das in der Pandemiebekämpfung einen strengeren Sonderweg geht, dürfte Maßnahmen lockern. Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) und der Medizinische Direktor des Wiener Gesundheitsverbunds, Michael Binder, werden um 14.30 Uhr vor die Presse treten.

Die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) zeigt sich über die Lockerungen “hell erfreut”. Mit dem Rückgang der Neuinfektionszahlen habe man bereits gesehen: “Die globale Reiselust kehrt zurück”, sagt ÖHV-Generalsekretär Markus Gratzer in einer Aussendung. Die Aufhebung der Einschränkungen werde “diesen Trend merklich verstärken”, zeigt er sich überzeugt.

SPÖ-Gesundheitssprecher Philip Kucher vermisst indes Pläne für den Herbst: “Wie rüstet sich Österreich auf die nächste Welle? Wie gedenkt man die Impfquote zu heben?”, fragt der Abgeordnete, der an der Tauglichkeit der aktuellen Impfkampagne zweifelt, in einer Aussendung.

Kritik an den Lockerungen kommt von der FPÖ, die ein komplettes Ende aller Corona-Maßnahmen fordert. “Ein Land nach dem anderen” habe in den letzten Wochen die Corona-Pandemie für beendet erklärt, sagte FPÖ-Chef Herbert Kickl in einer Aussendung. “Österreichs Bundesregierung ignoriert diese Entwicklung und schwimmt weiter gegen den Corona-Strom”, kritisiert Kickl.

Handel forderte Lockerungen

Die Maskenpflicht im Innenraum sei auch bei sinkenden Corona-Zahlen weiterhin wichtig, sagte die stellvertretende Bundesrettungskommandantin des Roten Kreuzes, Monika Stickler, heute am Rande einer Pressekonferenz: “Alles, was Infektionsketten unterbrechen kann, ist sinnvoll.” Stickler bittet vor allem, nicht in jedem Bundesland andere Regeln zu schaffen, “das kann die Bevölkerung nicht mehr mittragen.”

Im Handel mehren sich hingegen Rufe nach einem Ende der Maskenpflicht. Für Handelsobmann Rainer Trefelik sprechen die sinkenden Fallzahlen dafür, die Maske fallen zu lassen – das müsse auch für Handelsmitarbeiter gelten.

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