Österreich

Transformation des Energiesystems?

13.05.2022 • 12:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Transformation des Energiesystems?

Wie schaffen wir die Transformation unseres Energiesystems sicher?

Wie schaffen wir eine sichere Transformation unseres Energiesystems, wie steht es um die Versorgungssicherheit, geht der Ausbau der Netze vor dem Hintergrund des Erneuerbaren-Ausbaus rasch genug vonstatten? Unzählige Fragen tun sich derzeit rund um die Energieversorgung in Österreich auf – verschärft durch den Krieg in der Ukraine, der auch die enorme Abhängigkeit Österreichs von russischem Gas seit Wochen in den Fokus rückt.

Auf der „Primus Business Stage“ im Styria Media Center nahm sich eine hochkarätige Runde von Expertinnen und Experten – unter Moderation von Adi Winkler – diesen komplexen, bisweilen auch kontroversiellen Fragestellungen an. Gerhard Christiner, technischer Vorstand des Stromnetzbetreibers APG skizzierte die Herausforderungen der Energiewende in Österreich: Innerhalb der nächsten acht Jahre müsse Österreichs Gesamtstromverbrauch bilanziell zu 100 Prozent durch erneuerbaren Energiequellen abgedeckt werden, „das entspricht de facto einer Verdoppelung der derzeit installierten Kraftwerkskapazitäten im Bereich der Erneuerbaren“. Die Ziele seien definiert, bei der Umsetzung ortet er Defizite.

“In strategischer Gasreserve berücksichtigen”

Hinzu komme die Sorge vor einem Stopp der russischen Gaslieferungen, der sich unmittelbar auf die Sicherheit der Stromversorgung auswirken würde. „Da geht es um Gaskraftwerke, die das Stromnetz stabilisieren“, betont Wirtschaftskammer-Vizepräsident Herbert Ritter. Bleibe das Gas aus, „reden wir von einem Blackout“, verdeutlicht Ritter. Es sei daher ganz entscheidend, so Christiner, dass in der strategischen Gasreserve des Bundes auch Gaskraftwerke berücksichtigt werden.

“Kein Embargo hat ebenfalls einen Preis”

Es gibt auch Stimmen, die ein Gas-Embargo seitens der EU fordern – darunter die Klimaaktivistin Marlene Seidel (Fridays for Future). „Ein Embargo hat seinen Preis, kein Embargo aber ebenfalls.“ Viele Expertinnen seien sich einig, dass ein Öl- und Gas-Embargo die einzige Chance sei, um diesen Krieg zu beenden. Die daraus resultierenden Probleme sollte die EU gemeinsam lösen.

“Energiewende als Wohlstandssicherung begreifen”

Lara Köck, stellvertretende Klubobfrau der Grünen im Landtag, betont indes, dass die Versorgungssicherheit jetzt die zentrale Aufgabe sei, „die Gasspeicher müssen bis zum Winter voll sein“. Ihr Plädoyer: „Wir müssen die Energiewende, die auch zu mehr Unabhängigkeit führt, als Wohlstandssicherung begreifen.“