Österreich

FPÖ entscheidet über Hofburg-Kandidaten

12.07.2022 • 13:43 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
FPÖ-Chef Herbert Kickl
FPÖ-Chef Herbert Kickl APA/EXPA/JOHANN GRODER

Die FPÖ will bei der Bundespräsidentenwahl im Herbst unbedingt antreten. Wer für die Freiheitlichen ins Rennen gehen soll, wird heute Nachmittag entschieden.

Eigentlich wollte FPÖ-Chef Kickl die blaue Kandidatin oder den blauen Kandidaten für die Bundespräsidentenwahl “rund um den 9. Juli” bekannt geben. Eine halbe Woche später könnte es sich nun ausgehen. Denn die Freiheitlichen küren am heutigen Dienstag ihren Kandidaten oder ihre Kandidatin für die Wahl am 9. Oktober. Klar ist: Antreten ist für die blaue Partei Pflicht.

Zu diesem Zweck findet am Nachmittag eine Präsidiumssitzung der Partei statt, die online vonstattengeht. Als Favoriten für die Kandidatur waren zuletzt etwa die Nationalratsabgeordnete Susanne Fürst und “Krone”-Kolumnist Tassilo Wallentin genannt worden. Auch Petra Steger, Tochter des freiheitlichen Urgesteins Norbert Steger, wurde kolportiert. Die zwölfmalige Basketball-Staatsmeisterin wäre jedenfalls ein Signal an eine jüngere Wählergruppe: Steger wird erst fünf Tage vor der Wahl im Herbst 35. Wäre der Urnengang früher, könnte sie nicht antreten.

Offiziell präsentiert werden soll der Herausforderer oder die Herausforderin des Amtsinhabers Alexander Van der Bellen erst am Mittwoch. Bis zuletzt hatte Parteichef Herbert Kickl seine Entscheidung, die er dem Parteipräsidium unterbreiten wird, streng geheim und damit das Thema am Köcheln gehalten. Dem Vernehmen nach sollen selbst die freiheitlichen Länderchefs nur spekulieren, wer es wird.

Sechs Kandidaten, Hofer mit Abstand vorne

Die FPÖ kann historisch auf keinen allzu üppigen Kandidaten-Reigen für die Hofburg zurückblicken. Die Person, die am Mittwoch dann präsentiert werden soll, ist erst die sechste blaue Anwärterin in den bisher 13 Urnengängen der Zweiten Republik. Am erfolgreichsten war 2016 Norbert Hofer mit einem Stimmenanteil von 35,05 bzw. in der Stichwahl 46,21 Prozent.

An dieses blaue Rekord-Ergebnis wird der heurige Kandidat oder die heurige Kandidatin wohl nicht herankommen, möglicherweise aber an die Stimmenanteile der vier FPÖ-Präsidentschaftskandidaten davor. Das beste Ergebnis abseits von Hofer fuhr 1980 Willfried Gredler mit 16,96 Prozent ein. Ähnlich auch das Ergebnis der blauen Präsidentschaftskandidatin aus dem Jahr 1992, Heide Schmidt: Die spätere Mit-Gründerin der Liberalen Forums kam damals auf 16,39 Prozent der Stimmen.

Ähnlich ging ihr Antreten auch für die beiden anderen freiheitlichen Kandidaten der Vergangenheit aus: Burghard Breitner (damals noch für die FPÖ-Vorgängerpartei VdU) kam 1951 auf 15,41 Prozent, Barbara Rosenkranz im Jahr 2010 auf 15,24 Prozent, die damit das bisher schwächste blaue Ergebnis einfuhr.