Österreich

Mutter von verdächtigen IS-Anhänger fährt Cobrabeamten nieder

30.07.2022 • 16:45 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Cobraeinsatz in Tirol endete mit einem schwerverletzten Beamten (Sujetbild)
Cobraeinsatz in Tirol endete mit einem schwerverletzten Beamten (Sujetbild) APA/SALZI.AT

Dramatische Szenen bei der Festnahme eines türkischstämmigen 18-Jährigen in Tirol. Um den Zugriff der Cobra zu verhindern, gab die Mutter Gas – und fuhr einen Beamten nieder.

Die Polizei hat am Samstag in Sellrain in Tirol einen 18-jährigen Terrorverdächtigen festgenommen. Bei der Festnahme soll die Mutter versucht haben, zwei Beamte des Einsatzkommando Cobra zu überfahren, teilte das Innenministerium der APA mit. Ein Elitepolizist wurde dabei schwer, einer leicht verletzt. Die Frau und ihr Sohn konnten überwältigt werden. Weitere Ermittlungen in Österreich und im Ausland seien im Laufen, hieß es.

Die Direktion für Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) hat laut Innenministerium den 18-jährigen mutmaßlichen Anhänger des radikalen politischen Islam seit längerer Zeit beobachtet. Bisher sei der Österreicher mit türkischen Wurzeln vorwiegend in einschlägigen Foren durch entsprechende Äußerungen aufgefallen, im Laufe des gestrigen Freitags seien dann konkretere Drohungen zu erkennen gewesen – der Verdächtige soll gedroht haben, aktiv gegen Polizisten vorzugehen. Als der 18-Jährige und seine Mutter im Auto von Polizisten umstellt waren, soll die Frau versucht haben, Cobra-Beamte zu überfahren, wie zuerst die “Kronen Zeitung” online berichtete. Beide wurden festgenommen.

Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) hob in einer Aussendung die länderübergreifende Zusammenarbeit hervor. “Die österreichischen Staatsschutzbehörden beobachten die Entwicklungen in der islamistischen Szene intensiv und führen strukturelle Ermittlungen in enger Kooperation mit europäischen Behörden.” Den verletzten Cobra-Beamten wünschte der Minister eine rasche Genesung. Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP) nutzte die Gelegenheit ebenfalls um zu betonen, dass die Bedrohung durch den radikalen Islamismus real sei und man alles tun müsse, “um Radikalisierung und Extremismus bereits an der Wurzel zu bekämpfen”.