Österreich

Lebensmittelhandel lässt Infizierte bereits arbeiten

03.08.2022 • 17:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die großen heimischen Handelsketten, die durchwegs über einen Mangel an Personal klagen, nehmen daher die neuen Regeln bereits in Anspruch
Die großen heimischen Handelsketten, die durchwegs über einen Mangel an Personal klagen, nehmen daher die neuen Regeln bereits in Anspruch Andrey Popov – stock.adobe.com

Der Lebensmittelhandel nutzt die neuen gesetzlichen Möglichkeiten und setzt Corona-Infizierte ein, sofern diese nicht erkrankt sind.

Seit 1. August gelten neue Corona-Bestimmungen. Für Menschen, die mit Covid-19 infiziert, aber symptomlos sind, gelten nun Verkehrsbeschränkungen statt Quarantäne. Mit Maske dürfen diese also ihrer Arbeit nachgehen. Wie aber gehen die verschiedenen Branchen mit den neuen Möglichkeiten um?

Ein Rundruf zeigt: Im Handel und in einigen Industrieunternehmen werden positiv getestete Mitarbeiter eingesetzt, in vielen Dienstleistungsbetrieben jedoch nicht. Dort, wo Homeoffice möglich ist, greifen die meisten Unternehmen darauf zurück und verzichten auf die Möglichkeit, symptomlose Infizierte in das Unternehmen zu holen. Allerdings ist Homeoffice im Handel, in der Gastronomie oder in produzierenden Betrieben auch kaum möglich.

Neue Regeln werden genutzt

Die großen heimischen Handelsketten, die durchwegs über einen Mangel an Personal klagen, nehmen daher die neuen Regeln bereits in Anspruch. Die Art der Umsetzung unterscheidet sich jedoch. Bei Spar setze man die positiven, aber symptomfreien Mitarbeiter in den Filialen ein, allerdings nur in „kundenfernen Bereichen“, erklärt der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Hans Reisch. An der Kassa oder in der Feinkostabteilung werden die Betroffenen, „solange es die Personalsituation zulässt“, nicht arbeiten, sagt Reisch auf Anfrage der Kleinen Zeitung.

Kassieren – oder doch nicht?

Rewe – Billa bzw. Billa Plus – wird ebenfalls Mitarbeiter auch bei einem positiven Testergebnis, sofern symptomfrei, bei der Arbeit erwarten. In welchen Bereichen diese dann tätig sein sollen, erklärte Billa auf Nachfrage nicht. Auch Lidl will positiv getestete, aber nicht erkrankte Arbeitnehmer in den Filialen einsetzen. Im Gegensatz zum Spar sollen diese auch kassieren. Dazu verweist Lidl auf die schon zu Beginn der Pandemie angebrachten Plexiglasscheiben, welche Kunden und Mitarbeiter trennt.

Hans K. Reisch: Spar setzt diese Mitarbeiter in kundenfernen Bereichen ein, nicht an Kassa und in der Feinkostabteilung.
Hans K. Reisch: Spar setzt diese Mitarbeiter in kundenfernen Bereichen ein, nicht an Kassa und in der Feinkostabteilung.Sonstiges

Für Hofer erklärt Sprecherin Paulina Burghardt, dass „man alle behördlichen Vorgaben“ einhalte und im Falle einer Infektion „technische und organisatorische Möglichkeiten evaluiert werden“, dazu zählen die FFP2-Maske sowie die Möglichkeit einer Absonderung durch Einzelarbeitsplätze.

“Ohne direkten Kundenkontakt”

Auch MPreis macht keine Ausnahme und setzt infizierte Mitarbeiter ohne Krankheitssymptome „ohne direkten Kundenkontakt“ ein. Sprecherin Rita Antonia Schörkhuber betont, dass „viele Mitarbeiter und Kunden nach wie vor freiwillig eine FFP2-Maske zum Schutz tragen, ohne zuvor positiv getestet zu sein.“