Österreich

Deutsche Polizei ermittelt gegen Männer aus Berlin und Bayern

10.08.2022 • 13:05 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die oberösterreichische Ärztin Lisa-Maria Kellermayr
Die oberösterreichische Ärztin Lisa-Maria Kellermayr (c) APA/HERMANN WAKOLBINGER (HERMANN WAKOLBINGER)

Dass gegen einen 59-jährigen aus Bayern ermittelt wird, war bereits in der Vorwoche bekannt geworden. Jetzt wurden auch Details über einen Mann aus Berlin bekannt. Beide sollen der Ärztin Drohmail geschickt haben.

Im Fall der aus der Impfgegnerszene bedrohten Ärztin Lisa-Maria Kellermayr, die Suizid begangen hat, kommen die Ermittlungen nun ganz offensichtlich doch voran: Die Generalstaatsanwaltschaft München meldete bereits am Freitag eine Razzia bei einem 59-jährigen Verdächtigen in Bayern. Es wurden Datenträger sichergestellt, die nun ausgewertet werden. Der Beschuldigte aus dem Landkreis Starnberg habe sich kooperativ gezeigt. Die Landespolizeidirektion Oberösterreich betonte, dass es sich bei dem Verdächtigen um jene Person handle, die sie im Mai ausgeforscht hatte und gegen die die Staatsanwaltschaft Wels die Ermittlungen zunächst wegen mangender inländischer Gerichtsbarkeit eingestellt und die Ergebnisse nach Deutschland gemeldet habe.

Gegenstand der Ermittlungen seien im Wesentlichen die Tatvorwürfe der Bedrohung und der Nachstellung, hieß es in einer Aussendung der Generalstaatsanwaltschaft München. Es gehe um Äußerungen des Beschuldigten im Internet und in sozialen Medien, in denen er an die Adresse Kellermayrs beispielsweise geschrieben haben soll “(…) wir beobachten Sie, und, wir werden solche Kreaturen vor die in Zukunft einzurichtenden Volkstribunale bringen!”.

Ermittlungen auch gegen einen Berliner

Doch es gibt auch einen zweiten Verdächtigen: einen Mann aus Berlin, gegen den Ermittlungen wegen Bedrohung laufen. Die Generalstaatsanwaltschaft bestätigte am Mittwoch gegenüber dem Ö1-„Morgenjournal“, dass es sich bei dem Berliner um einen 31-Jährigen handelt, der sich möglicherweise in der rechtsextremen Szene aufhalten soll. Derzeit sei aber noch nicht restlos geklärt, ob es sich bei dem Mann tatsächlich um den Verfasser einiger Drohmails an die verstorbene Ärztin handelt.

Eine Hackerin aus Deutschland hatte die zwei Verdächtigen zuvor in Deutschland ausfindig gemacht – sie sollen die Drohungen verfasst haben. Kurz darauf hat die Staatsanwaltschaft Wels im Zusammenhang mit den Bedrohungen die Kollegen in München und Berlin eingeschaltet. Letzte Woche übernahm dann auch die Generalstaatsanwaltschaft in Deutschland die Ermittlungen.

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