Österreich

Karner will mit Werbung Migranten von Reise nach Österreich abhalten

23.08.2022 • 13:14 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Karner (r.) und Tatzgern bei der Präsentation der Sujets
Karner (r.) und Tatzgern bei der Präsentation der Sujets APA/KLAUS TITZER

In acht Herkunftsländern will man in Sozialen Medien und via Google eine “Gegenerzählungen” zu den Versprechen der Schleppern machen, erklärt Innenminister Karner.

Es gehe um eine Gegenerzählungen “zu den Lügen der Schlepper, die diese verbreiten”. Mit diesen Worten begründet Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) die Vorstellung einer neuen “Informationsoffensive”. Angesichts steigender Asylzahlen, unter anderem aus Ländern mit geringer Bleibechance, wolle man so über die Machenschaften der Schlepper aufklären. Passieren soll das laut Karner mit “teils drastischen” Sujets, die Slogans wie “Illegale Migration – Keine Chance auf Asyl” oder “Illegale Migration bedeutet, alles zu riskieren” in englischer Sprache beinhalten. 260.000 Euro soll die Kampagne kosten.

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Solche Sujets sollen geschalten werden.Sonstiges
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In acht Herkunftsländern (unter anderem Marokko, Tunesien, Bosnien und Indien) will man die Sujets nun schalten, sie sollen vorrangig auf Instagram und Facebook erscheinen, ebenso wie über Google Ads, wenn jemand nach günstigen Flügen nach Serbien sucht. Denn genau so arbeite man auch bei den Schleppern, erklärte Gerald Tatzgern, Leiter des Büros gegen Schlepperei und Menschenhandel im Bundeskriminalamt. Er präsentierte unter anderem Bilder von luxuriösen Kreuzfahrtschiffen, die verbreitet werden. Damit wird behauptet, dass die Flüchtlinge so komfortabel und sicher geschleppt werden. Das entspreche natürlich nicht der Wahrheit. “Schlepper sind keine Fluchthelfer, sie machen ihren kriminellen Profit auf Kosten anderer.” Deshalb sei “Negativwerbung notwendig”.

Bereits Mikl-Leitner setzte auf Kampagne

Laut Karner müsse man nun “mit allen Mittel versuchen”, zu verhindern, dass sich die Bereiche Asyl und Zuwanderung mischen. “Daher zeigen wir hier eine klare Linie.” Die Kampagne selbst aber läuft bereits seit Mitte Juli, schon damals tauchten erste Sujets in den Herkunftsländern auf.

Zudem ist es nicht das erste Mal, dass das Innenministerium auf eine Gegeninformationsoffensive in antragsstarken Herkunftsländern setzt. Bereits im Frühling 2016, als die sogenannte “Migrationskrise” bereits in vollem Gange war, präsentierte die damalige Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) eine “Informationskampagne” für Afghanistan. In der Landessprache wurden auch damals entsprechende Wortsujets geschalten bzw. sogar auf Linienbusse geklebt. Zudem setzte man auf Inserate in Zeitungen und auf Plakatwänden.

PK 'INFO'-OFFENSIVE IN AFGHANISTAN' MICKL-LEITNER
Im März 2016 präsentierte auch die damalige Innenministerin Mikl-Leitner eine ähnliche Kampagne.APA
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Karner erneuerte zudem die Forderung an die EU-Kommission, in Sachen Rückführungen und Außengrenzschutz zu handeln. Und er betonte erneut, eine mögliche Auslagerung von Verfahren in Drittstaaten anzudenken. In Dänemark und Großbritannien gehe man bereits ähnlich vor, in letzterem habe man “gute Erfahrungen” gemacht. Freilich sind dort geplante Außenlandesbringungen nach Ruanda bislang gescheitert.