Österreich

Zwölf Millionen Dosen Impfstoff laufen ab

30.10.2022 • 13:36 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Mit Monatsende haben mehr als zwölf Millionen Impfdosen davon ihr Haltbarkeitsdatum überschritten, bis zum Ende des Jahres noch weitere zwei Millionen.APA/BARBARA GINDL

Anfang Oktober waren rund 21 Millionen Impfdosen im Land.

In den Impfzentren des Landes tut sich wieder was. Während sich im Frühling im Schnitt weniger als 5000 Menschen täglich eine der Impfung geholt hatten, waren es mit der breiten Verfügbarkeit des vierten Stichs im Sommer an die 10.000. Seit Ende September, als der an die neue Variante angepasste Impfstoff erstmals bereitstand, bewegt sich diese Zahl nun wieder an die 20.000.

Für den Erst- und Zweitstich wird weiter der ursprüngliche Impfstoff verwendet, für Nummer drei und vier beide. Doch wenn nun immer mehr Menschen den neuen Impfstoff wollen, was passiert mit dem Rest?

Dosen lagern in Gefriertruhen

Anfang Oktober waren rund 21 Millionen Impfdosen im Land. Mit Monatsende haben mehr als zwölf Millionen Impfdosen davon ihr Haltbarkeitsdatum überschritten, bis zum Ende des Jahres noch weitere zwei Millionen. Dazu wurden im Oktober, wie aus einer Anfragebeantwortung von Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) hervorgeht, gut vier Millionen neue Impfdosen geliefert, die überwiegende Mehrheit von Biontech/Pfizer.

Eine ordentliche Menge an unbrauchbaren Vakzinen also, die in den Gefriertruhen des Landes lagern. Die Frage nach dem Warum hat Minister Rauch schnell beantwortet. Im Rahmen einer Debatte im Bundesrat sagte er, die Impfstoffbeschaffung werde auf europäischer Ebene abgehandelt, da Österreich allein als kleines Land keine Chance auf gute Vertragsbedingungen bei den Herstellern gehabt hätte. Zudem sei der Vertragsabschluss erfolgt, als die weitere Entwicklung der Pandemie nicht absehbar gewesen sei.

Haltbarkeitsverlängerung zu erwarten?

Die Frage, ob Covid-Impfstoffe im Rest- oder im Sondermüll landen, stellt sich für das Ministerium nicht: “Eine Entsorgung dieses Impfstoffes ist bislang noch nicht erfolgt, da für einen Teil dieser Dosen eine Haltbarkeitsverlängerung zu erwarten ist”, heißt es. Wann, für wie viele Monate und wie viele Impfdosen das betrifft, war nicht zu erfragen. Das liege an der Art, wie die Haltbarkeit ermittelt werde, sagte Rauch im Bundesrat. Diese werde in “Echtzeit-Studien” ermittelt.

Noch brauchbare Impfstoffe, für die es in Österreich keine Verwendung mehr gibt, werden seit Beginn der Impfkampagne gespendet. Dem Ministerium zufolge wurden so knapp 7,5 Millionen Impfdosen in andere Länder geliefert, nach Bosnien, Costa Rica oder Bangladesch. Haltbarkeitsverlängerte Impfstoffe zu spenden, dürfte aber schwierig werden. Schon ab einer Resthaltbarkeit von drei Monaten ist eine Spende wegen der technischen Abwicklung und der Verwendung im Zielland nicht mehr möglich.

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