Österreich

Tod im Hotel Plattenhof: Ermittlungen sind abgeschlossen

26.02.2023 • 12:55 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Ermittlungen nach tödlicheM Unfall in Pellets-Lager am Freitag sind nun abgeschlossen.

Wie es am Sonntag seitens der Polizeiinspektion Lech gegenüber der APA hieß, ging man weiterhin nicht von einem technischen Defekt der Heizung aus. Das Kohlenmonoxid, das aller Wahrscheinlichkeit nach zum Tod der beiden Männer im Alter von 23 und 52 Jahren geführt hatte, dürfte beim Umschichten bzw. im Zuge der Lagerung entstanden sein.

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Hohe Kohlenmonoxid-Belastung im Lager

Am Samstag wurden die Pellets und die Luft abgepumpt, im Raum wurde eine hohe Kohlenmonoxid-Belastung gemessen. Nun werde ein Bericht an die Staatsanwaltschaft verfasst. Es sei möglich, dass noch weitere Untersuchungen folgen werden.

Die beiden Männer wurden Freitagabend leblos im Pellets-Lager entdeckt. Reanimationsmaßnahmen blieben jedoch ohne Erfolg. Der Unfall hatte zu einem Großaufgebot der Einsatzkräfte geführt: Neben 200 Feuerwehrleuten waren 47 Rettungskräfte, fünf Notärzte, vier Polizeistreifen und das Kriseninterventionsteam an Ort und Stelle.

Kohlenmonoxid – Heimtückisch und oft tödlich

Kohlenmonoxid (CO) ist ein heimtückisches Gas, weil es völlig farb- und geruchlos ist und dennoch in größeren Konzentrationen rasch tödlich sein kann. Die Bandbreite der möglichen Quellen reicht von Gasthermen bis Shishas, aber auch Notstromaggregate, die im Zuge der Blackout-Vorsorge verstärkt empfohlen werden, können CO produzieren. Experten empfehlen, diese Geräte nicht in Innenräumen zu betreiben bzw. auf eine fixe Abgasführung zu achten und Warngeräte zu verwenden.

Laut Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) erleiden in Österreich jedes Jahr rund 250 Leute eine CO-Vergiftung. Das Gas bindet sich 200- bis 300-mal stärker an das Hämoglobin der roten Blutkörperchen als der in der Luft enthaltene Sauerstoff. Es verdrängt den Sauerstoff und blockiert dessen Aufnahme im Blut. Der menschliche Körper reagiert mit Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit, man wird rasch bewusstlos. Bei höherer Belastung kann das Gas schon binnen Minuten tödlich sein. Aber auch geringe Dosen über einen längeren Zeitraum können langfristig Gedächtnis- und Bewegungsstörungen zur Folge haben.

CO entsteht unter anderem, wenn kohlenstoffhaltige Materialien wie Holz, Holzkohle oder Gas ohne ausreichende Sauerstoffzufuhr verbrennen. Mögliche Quellen sind demnach neben Notstromaggregaten, die mit Gas, Benzin, Diesel oder Heizöl betrieben werden, Klimaanlagen, Dunstabzugshauben in Verbindung mit Gasgeräten, Thermen oder sogar Shishas bzw. Griller in geschlossenen Räumen. Moderne Fenster, die um ein Vielfaches dichter sind als alte Modelle, können zudem Luftaustausch verhindern.