Österreich

Verfassungsschutz forschte 17-jährigen Islamisten aus

17.09.2023 • 15:59 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
WIEN: POLIZEI WARNT VOR ISLAMISTISCH MOTIVIERTER ANSCHLAGSGEFAHR
WIEN: POLIZEI WARNT VOR ISLAMISTISCH MOTIVIERTER ANSCHLAGSGEFAHR APA/TOBIAS STEINMAURER

Der 17-Jährige teilte Anschlagspläne für Wien in einschlägiger Chat-Gruppe. Er hat sich offenbar im Internet radikalisiert.

Der Verfassungsschutz hat einen 17-jährigen Islamisten ausgeforscht, der im Internet konkrete Anschlagspläne für Wien in einer Chatgruppe geäußert haben soll. Der Österreicher teilte dabei laut Innenministerium auch ein Bild von sich, das ihn in einschlägiger Kleidung mit einem Kampfmesser in der Hand zeigt, während er mit der anderen den IS-Gruß andeutet. Der Jugendliche wurde festgenommen, derzeit sitzt er in U-Haft.

Radikalisierung im Internet

Nach Ermittlungen der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) bzw. des Landesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) sei von der Staatsanwaltschaft eine Hausdurchsuchung sowie die sofortige Festnahme des Verdächtigen wegen Verdachts auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung angeordnet worden. Radikalisiert haben soll er sich im Internet.

“Dieser Fall zeigt neuerlich die konkrete Gefahr, die derzeit vom islamistischen Extremismus ausgeht”, so der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Franz Ruf, in einer Aussendung. “Die leicht zugängliche Radikalisierung im Internet führt dazu, dass potenzielle Täterinnen und Täter immer jünger werden und trotz des jungen Alters nicht vor Anschlägen zurückschrecken.”

Streng gläubig

In der Chatgruppe habe der Jugendliche zunächst auf Nachfrage der anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer versichert, dass er tatsächlich bereit sei, einen Anschlag zu begehen. Im späteren Verlauf gab er in der Gruppe allerdings bekannt, dass er diesen doch nicht durchführen werde. Bei seiner Einvernahme wiederum zeigte er sich streng gläubig und gab doch an, einen Anschlag in Wien geplant zu haben. Er hätte es in Kauf genommen, dabei selbst zu sterben, und nannte die Attentäter von Wien, Berlin und Frankreich als Vorbilder, so das Innenministerium.