Kontakt

Neue Zeitungs GmbH
Gutenbergstraße1
6858 Schwarzach

Phone: 0043 5572 501 500

„Wir suchten keine Killer“

Cobra-Chef verteidigt Einsatzkonzept bei Jagd nach Wilderer. Anteil der Elitepolizisten an der Aktion wurde reduziert. Erschossener Cobra-Beamte trug keine Schutzweste.

Erstmals in seiner 35-jährigen Geschichte ist am Montag ein Angehöriger des Einsatzkommandos im Dienst ums Leben gekommen. Getötet durch die Kugel eines Wilderers. Nun sorgt eine Mail von einem angeblichen Insider an die Medien für Aufregung. Der Verfasser kritisiert Mängel am konkreten Einsatzplan und an der Ausrüstung – beides aus Einsparungsgründen.

„Das ist keine interne Kritik. Das ist ein anonymes Schreiben, dessen Inhalte nicht den Tatsachen entsprechen oder aus dem Zusammenhang gerissen sind“, betont Cobra-Sprecher Detlef Polay. Auch Cobra-Chef Bernhard Treibenreif weist die Vorwürfe zurück: „Unsere Ausrüstung ist das Bes­te, was derzeit am Markt ist.“ Die Schutzwesten etwa seien fünf bis sechs Jahre alt, für jede der 451 Einsatzkräfte stehe eine beschusshemmende Weste zur Verfügung. „Beschusssichere Westen und Helme gibt es aber nicht“, stellt Polay klar.

Keine Schutzweste

Für den konkreten Fall ist das aber irrelevant: Der in seinem Fahrzeug erschossene Cobra-Beamte trug keine Schutzweste. Es liegt im Ermessen jedes Beamten, wann er diese anlegt. „So eine Weste ist 14 bis 17 Kilo schwer und schränkt die Bewegungsfreiheit enorm ein. Da muss man von Situation zu Situation abwägen“, erklärt ein Cobra-Mann. Ein weiterer Vorwurf in der Mail bezieht sich auf die Einsatztaktik. So waren in die Aktion am Montag drei Cobra-Beamte eingebunden gewesen, ursprünglich hätten es 13 sein sollen. Faktum ist, dass die Fahndung nach dem unbekannten, als gefährlich geltenden Wilddieb schon seit Jahren lief und jeweils zur Hirschbrunft hochgefahren wurde. Aufgrund der Dauer schien es aber nicht zweckmäßig, bei jeder Aktion mit einem Großaufgebot an Cobra-Leuten in gehärteten Fahrzeugen anzurücken. „Man darf nicht vergessen: Wir suchten einen Wilderer und nicht einen Killer“, verweist Polay auf die Verhältnismäßigkeit.

Das Konzept sei zudem danach ausgerichtet gewesen, des Fahrzeugs des Täters habhaft zu werden. Für heuer war eine Kooperation mit einer Spezialeinheit des Landeskriminalamtes Niederösterreich vorgesehen, ergänzt Cobra-Chef Treibenreif. „Deswegen war die Anzahl von unserer Seite geringer als in den letzten Jahren.“ Das Einsatzkonzept sei jedoch allen Beteiligten bekannt gewesen.

Intensive Aufarbeitung

Die Aufarbeitung, die ohnehin nach jedem Einsatz erfolge, werde diesmal besonders intensiv ausfallen – „wenn alle Ergebnisse vorliegen“, hieß es seitens der Cobra-Spitze.

An der Basis will man einige der Kritikpunkte nicht ganz von der Hand weisen, so gebe es bei der Ausrüstung immer Verbesserungsmöglichkeiten. Aber man müsse dann auch über die Ausrüstung anderer Kollegen im Außendienst diskutieren, „die nicht so gut geschützt sind wie wir“.

Artikel 2 von 7
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Entdecken Sie die NEUE in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.