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Zirbenstreit: Ernte von 3000 Zapfen war legal

Verfahren gegen Ernte-helfer und Grundbesitzer eingestellt. Die Zapfen sind verkauft und längst im Schnaps.Erlös geht an Zirben-Eigentümer.

BERND HECKE

Diese Ernte in geschützten Kärntner Nadelbäumen ließ es heuer im Sommer im Blätterwald ordentlich rascheln. Berg- und Naturwächter hielten (wie berichtet) einen Steirer im Nockalmgebiet mit seinem Wagen auf und erwischten ihn mit 3000 Zirbenzapfen. Sie beschlagnahmten die wertvolle Fracht, weil die Kärntner Naturschutzverordnung nur erlaubt, dass man pro Tag und Kopf lediglich drei Zapfen oder drei Zweige à 50 Zentimeter sammelt.

Legale Ernte

Die Naturwächter beschlagnahmten die Zapfen, brachten sie zur Bezirkshauptmannschaft Feldkirchen und erstatteten dort auch Anzeige. Jetzt steht fest: Die Rechtfertigung des Murtalers – „Ich habe die Zapfen mit dem Einverständnis des Grundeigentümers für die Schnapsproduktion geerntet“ – gilt.

Bezirkshauptmann Dietmar Stückler meinte zur Zirben-Causa: „Ein Unrecht war nicht nachweisbar. Wir haben das Verfahren eingestellt.“

Die Krux bei der Sache: Im Rahmen der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung gibt es eine Ausnahme von der Sammlungsbeschränkung – wenn das Einverständnis des Grundbesitzers vorliegt. Das war hier der Fall, wie der Eigentümer bestätigt.

An Brennerei verkauf

Die Zapfen haben die Mitarbeiter der Bezirkshauptmannschaft Feldkirchen schließlich an eine „Unterkärntner Schnapsbrennerei verkauft“ und damit „ihrer Bestimmung“ übergeben, verrät Stückler. Der Erlös von 1080 Euro (180 Kilo zum Kilopreis von sechs Euro) geht nun an den Grundbesitzer.

Dieser ist erleichtert, dass das Verfahren eingestellt ist – und ärgert sich kurioserweise dennoch über die Verordnung, die ihm recht gegeben hat: „Dass hier jeder pro Tag drei Zapfen oder drei Zweige sammeln darf, ist doch ein Wahnsinn.“

„Man stelle sich nur den Schaden vor, wenn hier Ausflügler busweise über die Turrach zur Zapfenernte kämen“, drängt der Grundbesitzer nun auf eine Verschärfung der Verordnung.

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