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Jäger sollen für tote Brieftauben zahlen

Nach dem Jagdgesetz haften in Kärnten Jäger für von Wildtieren getötete Haustiere. Weidmänner wehren sich, für getötete Tauben zu zahlen.

Ein kurioser, bereits Jahre laufender Rechtsstreit aus Kärnten könnte demnächst den Verfassungsgerichtshof beschäftigen. Es geht um Brieftauben, die von Wanderfalken im Bezirk Völkermarkt getötet worden sein sollen, berichtete der ORF am Samstag. Laut Kärntner Jagdgesetz haften die Jäger für von Wildtieren getötete Haustiere. Die Jäger wurden zu 2500 Euro Schadenersatz verurteilt.

Der betroffene Taubenzüchter ist mittlerweile verstorben, seine Witwe führte das Verfahren durch die Instanzen fort. Die Frau sagt, die Tauben seien innerhalb von 100 Metern um das Wohnhaus, in dessen Dachboden sie lebten, getötet worden. Für wenige der vor neun Jahren zur Anzeige gebrachten Fälle gibt es Augenzeugen. Die Gerichte stellten fest, dass es sich bei den Tauben um Haustiere handelt. Die Jägerschaft wehrt sich dennoch dagegen, für die getöteten Tauben zu zahlen. Sie will vor den Verfassungsgerichtshof ziehen, um das Kärntner Jagdgesetz zu kippen.

„Kärnten ist das einzige Bundesland, in dem Jagdausübungsberechtigte für Schäden haften, die ganzjährig geschonte Wildtiere – wie der Falke – an Haustieren verursachen. Diese Bestimmung halten wir für verfassungswidrig. Es zeigt ja auch der gegenständliche Fall, wie überzogen diese Schadenersatzregelung ist. Denn letztendlich wird der Jäger dafür zur Verantwortung gezogen, dass der Falke nicht zwischen gezüchteter und wild lebender Taube beim Beutemachen unterscheiden kann“, sagte Freydis Burgstaller-Gradenegger, Geschäftsführerin der Kärntner Jägerschaft, gegenüber dem ORF.

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