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Obdachloser besaß eigene Liegenschaft

Salzburger bezog zu Unrecht Sozialhilfe. Er hat den Schaden wiedergutgemacht.

SALZBURG. Ein 63-Jähriger wurde gestern in Salzburg wegen gewerbsmäßigen schweren Betrugs zu einem Jahr bedingter Haft verurteilt. Der Obdachlose soll von 2002 bis 2014 61.000 Euro Sozialhilfe bezogen haben, obwohl er als Besitzer einer Liegenschaft nicht anspruchsberechtigt war. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der Mann hatte laut Anklage bei seinen Anträgen beim Sozialamt einen falschen Nachnamen benutzt und damit sein Grundstück samt Haus bewusst verschwiegen. Das streitet der eloquente 63-Jährige gar nicht ab: „Ich habe aber nicht aus Geldgier gehandelt, ich war in einer Notlage.“ Er habe seit einem Unfall 2002 von Gelegenheitsjobs gelebt und die Liegenschaft – eine Schenkung seines Bruders – nie gewollt. „Sie war eine Ruine, nicht mehr zu sanieren.“ Nach einem Kellerbrand 2009 sei die Heizung nicht mehr gegangen. „Ich war nicht in der Lage, mit der Situation umzugehen.“

Er selbst habe nie in dem Haus, sondern in „Dachkammern und Kellerlöchern“ gewohnt. Mit der Sozialhilfe – 428 Euro im Monat – bestritt er seinen Lebensunterhalt. Verkaufen konnte er nicht: „Meine Mutter hatte ein Wohnrecht.“ Die betagte Frau, damals schon im Altersheim, wehrte sich vehement gegen einen Verkauf.

Auch seinen zweiten Nachnamen verwendete er schon seit den 80er-Jahren. 2009 sei eine offizielle Umbenennung erfolgt. Aufgeflogen ist der Betrug durch ein anonymes Schreiben – laut Angeklagtem von einem Makler, der ihn von seinem Grund vertreiben wollte. Inzwischen ist die Liegenschaft verkauft und der Schaden beim Sozialamt wiedergutgemacht. Übrigens: Hätte der Mann in seinem Haus gewohnt, hätte er Anspruch auf finanzielle Unterstützung gehabt.

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