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Mörder feuerte auf Polizisten

Jener Mann, der in Wien bei einem Schusswechsel mit der Polizei schwer verletzt wurde, saß wegen Doppelmordes 24 Jahre im Gefängnis.

HANS BREITEGGER

Für zwei Morde – sein zweites Opfer war Gendarm – erhielt er eine lebenslange Freiheitsstrafe. Und in den Justizanstalten soll er als „gefährlich, undurchsichtig und problematisch“ eingestuft worden sein. Doch nach 24 Jahren Gefängnis bescheinigte ihm ein Vollzugsgericht in Steyr die „Ungefährlichkeit“. Amyn Radwan G. (47) wurde am 6. November 2014 bedingt aus der Haft entlassen, nicht zuletzt, weil er sich verpflichtet hatte, zu seinem Onkel nach Ägypten zu ziehen.

Es sei der Vollzugsbehörde nicht bekannt, wann er wieder nach Österreich zurückgekommen sei, versichert Brigadier Erich Huber-Günsthofer, Leiter der Sicherheitsabteilung in der Vollzugsdirektion Wien. Spätestens Montagabend wurde den Behörden klar, dass der Doppelmörder, der österreichischer Staatsbürger ist, zurückgekommen war.

„Wir gehen davon aus, dass er mit einem Komplizen in Wien-Floridsdorf in einem Einkaufszentrum einbrechen wollte“, sagt Paul Eidenberger, Sprecher der Wiener Polizei. Die Streifen trafen gegen 19:45 Uhr auf dem Parkplatz ein. Während der zweite Mann rasch festgenommen werden konnte, feuerte Amyn Radwan G. auf die Polizisten zwei Schüsse ab und rannte davon. Bei der Verfolgung gaben die Beamten einen Warnschuss in die Erde ab. Was danach geschah, versuchen steirische Kriminalbeamte zu klären. Sechs Mann (ein leitender Beamter, zwei Mordermittler und drei Spurensicherer des Landeskriminalamts) wurden mit den Ermittlungen beauftragt. Eidenberger: Fest stehe bisher lediglich, dass sowohl der mutmaßliche Täter als auch die Polizisten mehrere Schüsse abgefeuert hätten. „Wie viele, wissen wir noch nicht.“ G. liegt schwer verletzt im Krankenhaus und konnte noch nicht vernommen werden.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich G. einer Festnahme durch Waffengewalt widersetzte. Vor 26. Jahren, am 2. März 1989, wurde in Maria-Lanzendorf der Gendarmerie-Hundeführer Johann Habres (33) aus nächster Nähe erschossen. Der Gendarm wollte G. und seinen Komplizen kontrollieren – und musste deshalb sterben. Die Täter wurden nach Monaten ausgeforscht. Bei den Ermittlungen stellte sich heraus, dass sie bereits zwei Jahre vorher in Niederösterreich einen kurdischen Aktivisten erschossen und in einem Wald verscharrt hatten.

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