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Leitls Therapie-Vergleich empört

„Ein guter Wirt erspart drei Psychiater“, meint Wirtschaftskammer-Präsident Leitl. Heftige Kritik.

Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl trat in seiner Aschermittwochrede in Wien-Ottakring vor Vertretern der Gastronomie auf – und hatte dort mit einem Ausspruch die Sympathien auf seiner Seite: „Ein guter Wirt erspart drei Psychiater“, wollte er das kommunikative und menschliche Element in Österreichs Lokalen betonen. Es könne nicht sein, dass man die „Wirte sterben“ lasse, dafür aber die Psychiater-Ausbildung forciere. Zwei Zitate, die in weiterer Folge bei Österreichs Psychiatern und Psychotherapeuten alles andere als positiv ankamen.

Der Wiener Psychiater Georg Psota, Präsident der Fachgesellschaft, ließ an Leitls Vergleich kein gutes Haar: „Ich habe von Mitgliedern unserer Fachgesellschaft mit unterschiedlichstem Hintergrund Protestschreiben und Anrufe mit dem Inhalt ,Jetzt reicht’s!‘ bekommen.“ Es könne nämlich keinesfalls angehen, dass man „der österreichischen Bevölkerung Gasthäuser statt psychiatrische Versorgung anbieten wolle“.

Ärzte und Therapeuten verwiesen auf die hohe Rate an Alkoholkranken und auf die Opfer, die das Rauchen fordert: „Österreich ist ein Staat mit einer im europäischen Vergleich beschämend geringen Anzahl von Psychiatern, mit der Tendenz, zum internationalen Schlusslicht zu werden. Beim Alkoholverbrauch – und zwar in allen Altersgruppen – sowie bei der Rate der Alkoholkranken zählt Österreich hingegen zu den Spitzenreitern Europas.“ Kaum besser die Situation in Sachen „Tschick“: 35 Prozent der Österreicher greifen mittlerweile zum Glimmstängel. Man rechnet mit jährlich mindestens 14.000 Todesopfern durch Folgeerkrankungen. Die österreichischen Jugendlichen sind überhaupt Europa-Spitze beim Rauchen, verraten die Daten aus internationalen Vergleichsstudien.

Psota zeigte sich erstaunt darüber, dass gerade Leitl mit so einer Wortspende aufhorchen ließ: „Er (Leitl, Anmerkung) ist auch Obmann der Sozialversicherungsanstalt der Gewerblichen Wirtschaft (SVA), die als Krankenkasse natürlich auch Nikotin- und Alkoholabhängige unter ihren Versicherten hat.“ Auch online gingen in den Foren die Wogen hoch, Befürworter der Aussagen Leitls attackieren den Berufsstand der Psychiater, andere kritisieren den WKO-Präsidenten für seine Aussagen vehement.

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