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Heeresgebäude bald rauchfrei

Neuer Marschbefehl beim Bundesheer: Raucherkammerl, ade! Den Vorstoß des Verteidigungsministers, Zigaretten in Kasernen auch im Freien zu verbieten, bremste die Gewerkschaft ein.

JULIA SCHAFFERHOFER

Geht es nach Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ), hat das Wort „Rauchpause“ beim österreichischen Bundesheer bald ausgedient. Per Befehl will er das umsetzen, was für die Gastronomie noch nicht gilt: ein generelles Rauchverbot in allen Amts-, Unterkunfts- und auch Freizeitgebäuden aller heimischen Kasernen. Wie Klug Donnerstagfrüh im Ö 1-Morgenjournal erklärte, solle das Verbot sogar das gesamte Freigelände der Kasernen betreffen.

In diesem Punkt ruderte das Ministerium bis zum Mittag allerdings zurück. „Im Freien sind einzelne Raucherbereiche vorstellbar, sofern sie Nichtraucher nicht unmittelbar belästigen“, sagt Sprecher Michael Bauer zur Kleinen Zeitung. Aber: Eigene Raucherkammerln oder Qualmbereiche in Cafeterias sollen bis Ende des Jahres in allen Liegenschaften des Heers ausgedient haben. „Mit dem Verteidigungsministerium in der Rossauer Kaserne fangen wir an“, erklärt Bauer. Das genaue Datum für die Umsetzung ist noch unklar. In einem internen Papier war zuletzt vom 1. September die Rede.

Warum ausgerechnet jetzt? „Das Bundesheer kann sich der derzeitigen Entwicklung nicht entziehen“, sagt Bauer. Es gehe in erster Linie um den Schutz der Nichtraucher und jenen der Rekruten.

Den Nikotinabhängigen selbst will der Minister Raucherentwöhnprogramme anbieten. „Zwingen können wir ja niemanden, mit dem Rauchen aufzuhören“, so Bauer. Dass sich starke Raucher aus diesem Grund gegen das Bundesheer und für einen Zivildienst entscheiden, glaubt er nicht.

Dass Zigarettenpausen zumindest im Freien erlaubt bleiben, haben künftige Rekruten der Personalvertretung zu verdanken, die protestierte. Der freiheitliche Personalvertreter Manfred Reindl fordert sogar mehr Raucherzimmer. Kritik zu den Plänen kommt auch aus den Kasernen. Ernst Konzett, der Vorarlberger Militärkommandant, hält ein generelles Rauchverbot im Freien für „unvernünftig“ und „übertrieben“. In den vorarlbergerischen Kasernen werde schon jetzt nur ausschließlich in eigenen Zonen im Freien geraucht – das funktioniere gut.

Arbeitnehmerschützer Karl Schneeberger sieht in einem Rauchverbot im Freien eine rein „psychologische Botschaft“.

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