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Stadt Wien ringt um Alkoholverbot

Wiens Bürgermeister Häupl (SPÖ) kann sich im Gegensatz zum Drogenkoordinator Alkoholverbot am Praterstern vorstellen.

Das Thema birgt Konfliktstoff: Soll es an Wiens sozialen Brennpunkten wie dem Praterstern oder dem Westbahnhof ein Alkoholverbot geben oder nicht? In der zuletzt wieder aufgeflammten Diskussion meldete sich gestern der Stadtchef persönlich zu Wort: Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) kann sich ein Alkoholverbot an Bahnhöfen durchaus vorstellen – und widerspricht damit dem Drogenkoordinator Michael Dressel.

Man werde das jetzt ordentlich diskutieren, sagte Häupl, eine Entscheidung soll es noch im heurigen Sommer geben. „Das Argument, dass damit ein Verdrängungsprozess einsetzt, halte ich für nicht tauglich“, meinte der Bürgermeister, der auf einen entsprechenden Feldversuch in Dornbirn verwies (siehe Infokasten). Man werde die Ergebnisse in die Entscheidung in Wien miteinbeziehen.

Gegen ein Verbot von Alkohol am Praterstern ist indes Dressel. Er fordert aber, dass der Supermarkt im Bahnhof keinen Alkohol an offensichtlich Betrunkene mehr verkauft, und wirft den ÖBB und der Handelsgruppe Rewe vor, diese Lösung aus Geschäftsinteresse abzulehnen. „Die Verfügbarkeit von Alkohol ist dort groß. Man darf sich dann nicht wundern, wenn die Leute sich damit eindecken“, mahnt der städtische Drogenkoordinator. „Die ÖBB sagen jetzt, die Stadt Wien soll das Problem lösen. Was die ÖBB aber tun, ist, an den Verträgen zu verdienen, die sie mit den Gewerbetreibenden dort haben, allen voran Rewe, die sich weigern, freiwillig darauf zu verzichten, dort Alkohol zu verkaufen“, kritisiert Dressel. „Eigentlich müsste das Gleiche wie in der Gastronomie gelten: Ein Wirt darf an Alkoholisierte keinen Alkohol mehr ausschenken. Aber der Billa darf ihn verkaufen. Das ist ein Missverhältnis.“

Mit einem Alkoholverbot am Praterstern würde sich, so Dressel, das Problem lediglich verlagern. Auch die Kontrolle des Verbots sieht erl kritisch: „Wenn man der Meinung ist, dass man zu viel Polizeiressourcen hat, kann man das natürlich machen. Sinnvoll ist das keinesfalls.“

ÖBB-Sprecher Roman Hahslinger erklärte bereits am Freitag, man wolle Alkoholverbote im Bahnhofsbereich nicht „im Alleingang“ durchsetzen. Es sei wenig sinnvoll, wenn die Stadtverwaltungen nicht dazu bereit seien, ein Verbot umzusetzen.

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