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Nicht nur in Kärnten ist der Bär los

Der Bestand an Bären wird in Kärnten und Osttirol auf fünf bis acht Tiere geschätzt, in Restösterreich auf null. APA

Der Bestand an Bären wird in Kärnten und Osttirol auf fünf bis acht Tiere geschätzt, in Restösterreich auf null. APA

Wolf und Bär sind zurück. Während sich Naturschützer freuen, sind die Landwirte durch die Raubtiere vor neue Probleme gestellt. Eine Initia­tive bietet Hilfe an.

Von Daniele Marcher
und Alice Samec

Ein Bär, der sich im Süden von Klagenfurt aufhält und ein neugeborenes Kalb riss, zwei Rinder verletzte, sechs Siloballen aufriss und einen Bienenstock plünderte. Ein Wolf, der im Tiroler Stubaital auf einer Weide drei Schafe tötete und vier weitere schwer verletzte. Ein gerissenes Hirschkalb im burgenländischen St. Margarethen, das laut Experten ebenfalls auf das Konto eines Wolfs gehen dürfte. Ein Bär, der im Kärntner Lesachtal vor einer Autofahrerin die Plöckenpass-Straße entlang trabte und wahrscheinlich auch mehrere Bienenstöcke plünderte.

Alles Fälle aus den letzten Wochen: Die bereits bei uns ausgestorben gewesenen Wildtiere haben in Österreich wieder Einzug gehalten. Allein im Vorjahr sind sechs verschiedene Bären im Grenzgebiet zwischen Österreich, Slowenien und Italien identifiziert worden. Eine Rückkehr, die jedoch nicht alle freut.

Vor allem der Kärntner Bär, der seit 18. Juni bei Klagenfurt sein nächtliches Unwesen treibt und bereits beträchtlichen Schaden anrichtete, verärgert die Betroffenen. Aufsichtsjäger Johannes Schifrer fürchtet: „Der Bär hat hier ein Paradies, wenn das so weitergeht, spitzt sich die Lage zu“. Grund für Panik gibt es aber nicht: Bärenanwalt Bernhard Gutleb sagt, dass Bären Menschen meiden. „Die Wildtiere sind keine Bestien“, verteidigt auch der World Wide Fund For Nature (WWF) die bei uns streng geschützten Tiere, zu denen neben Wolf und Braunbär auch der Luchs zählt.

Alle drei sind je nach Bundesland im Landesjagdrecht als „nicht jagdbar“ oder „ganzjährige Schonzeit“ eingestuft, laut Berner Konvention als „streng geschützte Tierart“ (Wolf und Bär) bzw. „geschützte Tierarzt“ (Luchs) registriert. „Mit dem Wolf haben wir ein Stück biologischer Vielfalt zurückgekommen“, betont WWF-Wolfsexperte Christian Pichler.

Zehn Tiere. Es sind in Österreich derzeit geschätzte zehn Stück, also ein sehr überschaubares Rudel. Jetzt müsse allerdings der nächste Schritt gesetzt werden: „Wir müssten uns auf seine Einwanderung einstellen, und der Wolf ist vor allem eine Herausforderung für Landwirte“.

Die nationale Beratungsstelle Herdenschutz hat sich des Themas angenommen. Sie informiert Tierhalter, wie sie ihre Nutztiere vor den großen Beutegreifern schützen können. Die Möglichkeiten sind Zäune und Schutz durch Menschen (Hirten) oder Hunde. Die üblichste, kurzfristigste und praktikabelste Schutzform sind Zäune, stromführend und stromlos.

Falls sich auch bei uns Wolfsrudel etablieren sollten, „müssten die Nutztierhalter ihre Herden mit viel Aufwand schützen“, sagt Johann Höllbacher, Obmann des Bundesverbandes der Schaf- und Ziegenzüchter. Mit hohen Materialkosten für Elektrozäune und bei größeren Flächen durch Einsatz von Herdenschutzhunden. Als Leiter der Nationalen Beratungsstelle für Herdenschutz hat Höllbacher auf einer Alm in Osttirol ein Pilotprojekt initiiert: Herdenschutzhunde der Rasse „Maremmano Abruzzese“ als Body­guards für Schafe. Doch auch hier sind Konflikte zu befürchten – zwischen Wanderern und den Hunden, die auf alles losgehen, was ihren Schützlingen zu nahe kommt.

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