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Schutzzonen statt Zebrastreifen

Drei Verletzte täglich auf Schutzwegen: Erst gestern wurden eine Wienerin und ihr Baby von einem Pkw erfasst. Verkehrsexperten planen Maßnahmen.

Von Daniele Marcher

Mit ihrem 15 Monate alten Buben im Kinderwagen wollte eine 40-jährige Wienerin gestern kurz vor acht Uhr früh eine Kreuzung in Wien-Favoriten überqueren. Wie vorgeschrieben, auf einem Schutzweg, dennoch kam es zum folgenschweren Unfall. „Der 26-jährige Autofahrer gab an, er habe Frau und Kinderwagen aufgrund der tief stehenden Sonne zu spät gesehen“, berichtet ein Sprecher der Wiener Polizei. Die 40-Jährige wurde vom Pkw erfasst und an den Beinen schwer verletzt.

Noch schlimmer traf es den kleinen Buben. Das Kind wurde aus dem Kinderwagen auf den Asphalt geschleudert, wobei es sich schwere Kopfverletzungen zuzog. Mit dem Rettungshubschrauber wurde der Bub ins Spital geflogen. „Das Kind befindet sich derzeit zum Glück nicht in Lebensgefahr“, erklärte Christoph Mierau, Sprecher des Wiener Krankenanstaltenverbundes, gestern Nachmittag.

Der dramatische Unfall ist leider kein Einzelfall. „Pro Tag gibt es in Österreich drei Verletzte auf Schutzwegen“, weiß Florian Schneider vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). Während diese Zahl zumindest seit Jahren nicht ansteigt, hat sich die Zahl der Todesopfer bei Unfällen auf Zebrastreifen in den letzten fünf Jahren verdoppelt: „Im Vorjahr gab es in Österreich 19 Tote.“

Die Bereitschaft der Autofahrer, vor Zebrastreifen anzuhalten und dem Fußgänger das gefahrlose Überqueren der Straße zu ermöglichen, wird vom KfV übrigens jährlich erhoben. Das aktuelle Ergebnis: 15 Prozent der Lenker halten vor Schutzwegen nicht an. Ein Drittel davon bemerkt den Fußgänger aufgrund von Ablenkungen nicht einmal. „Pkw-Lenker und Fußgänger müssen stärker miteinander agieren“, betont Schneider.

Um das sozusagen zu erzwingen, ist für das nächste Jahr ein Pilotprojekt geplant. Da will das Kuratorium für Verkehrssicherheit drei neue Schutzwegmarkierungen testen. In einem Fall soll die Markierung bis auf den Gehsteig gezogen werden, damit aus dem Schutzweg eine Schutzfläche entsteht. „Der Fußgänger macht, wenn er dort steht, aktiv auf sich aufmerksam, dass er die Straße überqueren will.“ Als Testregion wird voraussichtlich Graz gewählt.

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