Kontakt

Neue Zeitungs GmbH
Gutenbergstraße1
6858 Schwarzach

Phone: 0043 5572 501 500

Österreichs größter Gletscher zerfällt

Eisriesen schmolzen heuer extrem: Die Pasterze am Großglockner hat zwei Meter an Eisdicke verloren. Markante Gletscherzunge dürfte in 40 Jahren verschwunden sein. Von Maria Schaunitzer

Das Jahr 2017 war einmal mehr ein schlechtes Jahr für Österreichs Gletscher. Das geht aus der Auswertung der von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (Zamg) vermessenen Eisriesen in den Hohen Tauern hervor. Demnach verlor die Pasterze, Österreichs größter Gletscher, innerhalb eines Jahres im Mittel zwei Meter an Eisdicke. In den vergangenen fünf Jahren waren es sogar 25 Meter. Die Gletscher am Sonnblick verloren ebenfalls zwei Meter Eisdicke. So viel wie zuletzt in den Rekordjahren 2003 und 2012. „Dass die Gletscher schmelzen, erleben wir mittlerweile schon jedes Jahr, aber heuer waren die Massenverluste besonders hoch“, erklärt Bernhard Hynek, Gletscherexperte der Zamg. „Durch längere Hitzeperioden war der Winterschnee schnell verschwunden, und das Eis über einen sehr langen Zeitraum ungeschützt der Sonnenstrahlung ausgesetzt“, erklärt Hynek die Gründe. „Da die maximale Eisdicke derzeit bei nur noch rund 230 Metern liegt, kann man davon ausgehen, dass die markante Pasterzenzunge bereits in 40 Jahren weitgehend verschwunden sein wird“, rechnete Hynek vor. Die Zunge zerfalle immer mehr, wie an zahlreichen Gletscherspalten und -brüchen klar zu erkennen sei. „Der untere Bereich der Pasterze reicht bis rund 2100 Meter Seehöhe“, sagte Hynek. „Hier ist es mittlerweile so warm, dass der Gletscher im schuttfreien Bereich jedes Jahr rund zehn Meter an Eisdicke verliert.“ Zusätzlich zur oberflächlichen Eisschmelze verschwinden die Gletscher auch von unten – durch wärmere Bäche.

Bei den Gletschern der Sonnblickgruppe hat das Goldbergkees heuer im Mittel 2,1 Meter Eisdicke verloren, das Kleinfleißkees 1,9. Daraus lässt sich folgern, dass Österreichs ewiges Eis nicht für die Ewigkeit halten dürfte. „Die Prognose des Weltklimarats IPCC, dass bis zum Jahr 2100 rund 80 Prozent der Gletscherfläche in den Alpen verschwunden sein wird, kann man an den drei Gletschern in den Hohen Tauern derzeit gut nachvollziehen“, betont Hynek.

Damit wird sich vor allem das Landschaftsbild in den Bergen der Alpen völlig verändern, erklärt der Experte. „Das Land darunter, hauptsächlich Schuttmaterial, kommt zum Vorschein. Erst langsam werden sich dort wieder Pflanzen ansiedeln. Auch Seen werden entstehen“, so die Prognose.

Artikel 1 von 1
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Entdecken Sie die NEUE in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.