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Von Mensch zu Mensch

300.000 Euro und dann ab ins Ausland!

Warum soll Malermeister Müller ein 300.000 Euro-teures Medizinstudium eines Arztes finanzieren, der in Bern arbeitet?

Und warum soll er und andere Steuerzahler jetzt mit neun Millionen Euro die private Medizin-Uni in Salzburg sponsern? Eine Uni, an der nur jene studieren können, die aus vermögenden Elternhäusern kommen und 75.000 Euro für das Studium zahlen. Warum das Wissenschaftsministerium nun 75 Studienplätze mit neun Millionen sponsert? Die Tochter des Malermeisters, die Medizin studieren möchte, wird davon jedenfalls nicht profitieren. Sie müsste dennoch 75.000 Euro an die Privat-Uni zahlen.

Eine absurde Subvention? An Absurdität nicht zu überbieten ist jedenfalls die Begründung des Ministeriums, die vereinfacht lautet: Da zu viele Ärzte Österreich verlassen und bald Tausende Stellen nicht nachbesetzt werden können, sollen 75 Ärzte aus Salzburg das Problem lösen, indem sie im Land bleiben. Ja, eine Kabaretteinlage der Sonderklasse. Oder – wie es gestern der Vorsitzende der Rektorenkonferenz nannte – „austriakische Kirchturmpolitik“.

Vielleicht könnte man ja einen „Tipp des Tages“ für die Regierung einführen. Der heutige wäre: Ärzte, die nicht eine Mindestanzahl an Jahren in Österreich arbeiten, sollten die Kosten ihres Studiums zurückzahlen. Das wäre a) eine effektivere Maßnahme gegen die massive Abwanderung von Medizinabsolventen als Millionenzahlungen an Privatunis und b) ein Akt der Fairness gegenüber Malermeister Müller und allen anderen Steuerzahlern.

Aber derzeit sind ja die Koalitionsverhandler mit Noten, Smileys, Rauchverbot und Ministerlisten beschäftigt. Malermeister Müller dürfte sich allerdings fragen, wie es möglich ist, dass Österreichs Steuerzahler Medizinstudenten an öffentlichen Universitäten ein mehr als 300.000 Euro teures Studium finanzieren – und diese am Ende sagen können: „Vielen Dank und auf Wiedersehen!“

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