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Jeder sechste Volksschüler liest schlecht

Das Können der Kinder hängt weiter stark von der Bildung ihrer Eltern ab – auch wenn sich die Leseleistung in Österreich in Summe verbessert hat.

Es ist eine Art Wellental, das die österreichischen Volksschüler bei der Pirls-Studie, dem internationalen Lese-Vergleichstest, durchlaufen: „2006 waren sie praktisch auf dem Niveau, das sie auch bei der aktuellen Studie erreicht haben. 2011 gab es einen Knick nach unten“, gab nun das Bifie, das die Studie in Österreich durchführt, bekannt.

In Zahlen bedeutet das: Im Vorjahr erreichten die am Ende der 4. Klasse getesteten Volksschüler 541 Punkte in Sachen Lesekompetenz. Sie liegen damit exakt im EU-Mittel (540 Punkte) und, weltweit gesehen, über dem Schnitt von 521 Punkten. Dennoch sind Irland (567), Finnland (566), Polen und Nordirland (je 565) noch immer weit voran. Weltweit betrachten kommen die besten Schüler aus Russland (581), Singapur (576) und Hongkong (569), verrät die Studie.

Eine Steigerung der Leseleistung klingt zwar an sich positiv, die Details aber haben es in sich: So fällt in Österreich rund jeder sechste Volksschüler in die Gruppe der Risikoschüler. Das bedeutet, dass er maximal einfache Leseaufgaben lösen kann. Die Leistungskluft zwischen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund ist enorm, sie beträgt 51 Punkte, was nahezu zwei Lernjahren entspricht. Im Zehn-Jahres-Vergleich ist die Leseleistung einheimischer Kinder signifikant gestiegen, während sie bei den Zuwandererkindern etwa gleich blieb. Flüchtlingskinder nahmen am aktuellen Test nicht teil, zumal sie dafür noch zu kurz Deutschunterricht hatten.

Evident scheint, dass der familiäre Hintergrund noch immer die Leistung der Kinder prägt: Je höher der Bildungsabschluss der Eltern, desto besser das Lesevermögen der Sprösslinge. Haben die Eltern einen Hochschulabschluss, erreichten die Kinder im Schnitt 573 Punkte, bei jenen mit Eltern mit maximal Pflichtschulabschluss lag die Punktezahl bei 477. Mädchen lesen besser als Buben, nicht nur in Österreich, sondern auch im internationalen Schnitt – die größte Differenz ist hier in den arabischen Staaten und danach überraschenderweise in Finnland und Norwegen zu finden. Getestet wurden 2016 knapp 4500 Schüler aus 150 zufällig ausgewählten österreichischen Schulen.

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