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Von Mensch zu Mensch

„Quasi geschlechtsblind“ mitgemeint!

Genderkampf und Genderkrampf mögen nahe beisammen liegen, aber wer will nicht in der Sprache erkennbar sein?

Zwei Meldungen, die zusammenpassen. Da ist zum einen die 80-jährige Marlies Krämer, eine deutsche Feministin, die es immerhin in den 90er-Jahren schaffte, dass Wetter-Hochs auch nach Frauen und nicht nur nach Männern benannt werden und die soeben eine Niederlage beim deutschen Bundesgerichtshof erlitt. Sie muss sich weiter gefallen lassen, von ihrer Bank als „Kunde“ und nicht als „Kundin“ bezeichnet zu werden. Möglich, dass ihre Klagen dem Gericht zu zeitaufwendig wurden. Begründet wurde die Ablehnung damit, dass die Verwendung des männlichen Geschlechts „quasi geschlechtsblind“ zu werten sei. Also kein Ausdruck der Geringschätzung gegenüber der Frau, wenn sie als Kunde und nicht als Kundin bezeichnet wird.

Die zweite Meldung aus dem weiten Feld des Geschlechterkampfes und Genderkrampfes betrifft ebenfalls ein Gericht. Die österreichischen Verfassungsrichter prüfen aufgrund der Klage einer Person, die weder Frau noch Mann ist, ob auch „inter“ im Personenstandsregister zulässig sein soll. Nein, das ist nicht lächerlich, wie manche meinen. Immerhin geht es um den Schutz fremdbestimmter Geschlechtszuweisung, immerhin haben es Betroffene schwer genug, als Mensch zu leben, der geschlechtlich nicht eindeutig zuordenbar ist. Das Recht, in Schrift und Sprache erkennbar zu sein, sollte jeder haben.

Der Lösungsvorschlag einer Sprachwissenschaftlerin? Sie schlägt die Aktivierung des Neutrums vor. Es hieße dann: „Gesucht wird der Lehrer, das sich in feministischer Theorie auskennt.“ Ja, klingt absurd, aber alles nur eine Sache der Gewöhnung. Wie sich auch die Männer der Uni Leipzig an „Herr Professorin“ gewöhnen mussten. Und jetzt wissen, was es bedeutet, „geschlechtsblind mitgemeint“ zu sein. Wie Frauen seit Jahrhunderten …

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