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Von Mensch zu Mensch

Achtung, es geht um Kinder!

Ob liberale Frauen, die ein Kopftuchverbot in Volksschulen begrüßen, alle Rechtspopulistinnen sind?

Jetzt kümmern sich also plötzlich alle um einige wenige Achtjährige, die mit Kopftuch die Volksschule besuchen. Alles andere als eine „Massenerscheinung“, wie Lehrer betonen. Und dennoch soll das geplante Kopftuchverbot auch nach Meinung liberaler Musliminnen eine wichtige Maßnahme sein. Manche möchten das Kopftuch ja überhaupt aus der Schule verbannen, weil sie es als Zeichen der Geschlechterapartheid sehen. Ob diese Frauen alle Rechtspopulistinnen sind, wie nun der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGÖ) meint? Mit Sicherheit nicht. Aber nun hat ja auch Österreich mit dem geplanten Kopftuchverbot jene Debatte, die Horst Seehofer in Deutschland mit dem Ruf „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“ ausgelöst hat. Da pocht jetzt der Präsident der IGGÖ auf das Recht, Kinder religiös zu erziehen, und wirft der Regierung vor, Scheindebatten zu führen. Postwendend nimmt sich die FPÖ offensichtlich den Islamforscher Bassam Tibi zum Vorbild, der integrationsunwilligen deutschen Mitbürgern ausrichten lässt: „Wer Grundwerte nicht akzeptiert, soll gehen. Hier ist die Tür.“ Ähnlich unfreundlich Direktes richtete gestern der Klubobmann der FPÖ der IGGÖ aus. Wer nicht akzeptiere, in einem aufgeklärten Land zu leben, könne „seine Lebensformen in einem islamischen Land ausleben“.

Wäre gut, wenn alle zur Ausgangsfrage zurückrudern. Zur Frage des Kopftuches von Kindern als Barriere bei der Integration, aber auch zu jener der spirituellen Bedeutung des Kopftuches. Und in weiterer Folge zur schwierigen Frage, wie Frauen vor patriarchalischer Bevormundung geschützt werden können. Wer da nur „Hier ist die Türe“, „Achtung, Rechtspopulisten!“ oder gar „Holocaust gegen den Islam“ ruft, will diese Frage wohl nicht beantworten.

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