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Berufsreife: Fleck-Fiasko in Mathe

Rund 47 Prozent scheiterten bei der Berufsreifeprüfung im ersten Durchgang. Experten überrascht das nicht.

Von Thomas Macher

Es war ein stundenlanger Kampf, doch Melanie Samardjic hat es am Ende geschafft: „Es hat zum Glück zu einem Vierer gereicht“, sagt die Bereichssprecherin für die Berufsschulen.

So erleichtert wie die Niederösterreicherin waren nach der Berufsreifeprüfung in Mathematik nicht viele. Denn 46,6 Prozent der 2030 Prüflinge scheiterten österreichweit im ersten Durchgang. Nach der Kompensationsprüfung waren immer noch 25 Prozent negativ. Über einen Mathe-Einser konnten sich dagegen nur 1,3 Prozent freuen. Gar kein „Sehr gut“ gab es im Burgenland und in Kärnten. „Das ist dramatisch“, sagt Marlene Aichholzer-Pahr von der Bildungsberatung Kärnten. Gleichzeitig nimmt sie die Prüflinge in Schutz: „Viele sind berufstätig. Außerdem müssen sie binnen eines Jahres das lernen, wofür andere die ganze Oberstufe lang vorbereitet werden.“

Zentral geprüft wird die Berufsreife seit dem vorigen Schuljahr (siehe Infobox): „Das ändert viel. Auch für die Lehrer. Sie passen den Unterricht an. Aber jetzt am Anfang wird es wohl eine Art Einschleifphase brauchen.“

Schlecht für jene, die viel Geld in die Vorbereitungskurse gesteckt haben und nun an der Prüfung scheitern. An den Wiener Volkshochschulen (VHS) kosten Kurse und Gebühren für die Berufsreifeprüfung insgesamt 3500 Euro. Dort sieht man aber auch die Prüflinge in der Pflicht: „Viele treten an, obwohl sie noch nicht bereit sind“, sagt Christian Nowak von den VHS Wien. Er hält es für sinnvoll, mehr Zeit als die 180 Stunden in einem Jahr in die Vorbereitung zu stecken: „Wir haben versucht, längere Kurse anzubieten, aber die Kunden gehen dann oft lieber zur Konkurrenz, wo es schneller geht.“

Zu schwer und zu textlastig seien vielen Kandidaten die Mathe-Aufgaben heuer gewesen, heißt es aus verschiedenen Bildungseinrichtungen. Das Bildungsministerium will sich die Berufsreifeprüfung nun zusammen mit der gesamten Zentralmatura genau anschauen. Berufsschulsprecherin Samardjic findet das gut, sagt aber auch: „Die Berufsreifeprüfung ist eine sehr gute Sache. Sie eröffnet uns so viele Chancen.“

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