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„Durchgreifen, wenn es nötig ist“

Die Wiener Innenstadt bereitet sich auf den Ausnahmezustand vor. Ein enormes Aufgebot an Polizisten soll bei den Gegnern des Akademikerballs die Eskalation der Gewalt verhindern.

ANDREAS LIEB

Man habe mit der Wirtschaftskammer und den Anrainern regen Kontakt gehabt, erzählt Oberstleutnant Johann Golob von der Wiener Landespolizeidirektion. Es gibt Präventionstipps: Autos nicht in bestimmten Straßenzügen abstellen, Schaufenstervitrinen leeren, Sicherheitsgitter herunterlassen. Die Wiener Innenstadt bereitet sich auf den heutigen Abend vor, als könnte ein Krieg ausbrechen. Der Akademikerball in der Hofburg und die Gefahr von Gewaltexzessen auf Seite jener, die gegen den Ball demonstrieren, haben einen der größten Polizeieinsätze der letzten Jahrzehnte zur Folge. 2500 Beamte sollen für Ruhe und Ordnung sorgen, aus Fehlern der Vergangenheit habe man gelernt: Im Vorjahr waren bei den Krawallen ortsunkundige Beamte im Einsatz. Das heurige Konzept der Polizei ziele darauf ab, dass dort, wo Ortskenntnis erforderlich sei, auch jene Kräfte sind, die darüber verfügen, hatte Polizeipräsident Gerhard Pürstl erläutert. Und ergänzt: „Wenn es notwendig ist, werden wir durchgreifen.“

Die Sperrzone um die Hofburg ist kleiner als letztes Jahr. Ab 16 Uhr ist Nichtberechtigten der Zutritt zum Hofburggelände sowie den Burg-, Opern- und Kärntner Ring entlang bis zum Schwarzenbergplatz verboten. Auch Teile der Herrengasse sowie Michaeler- und Albertinaplatz liegen innerhalb der Zone. Alle, die es begründen können, dürfen durch, erklärt Golob – Ballbesucher, Opernbesucher, Bewohner, akkreditierte Journalisten.

Verwaltungsstrafen

Eine Herausforderung wird die Unterscheidung von „legalen“ und „illegalen“ Demonstranten. Von 20 angemeldeten Kundgebungen wurden sechs untersagt – darunter zwei des Bündnisses NOWKR, dessen Sprecherin Elisabeth Litwak erst darauf hinwies, dass das zu „Unordnung“ führe, um dann hinzuzufügen, dass man „erst recht auf die Straße“ gehen wolle. Was wiederum für die Polizei einen klaren Handlungsstrang ergibt: „Wir fordern sie auf, auseinanderzugehen, es kann Verwaltungsstrafen bis 720 Euro geben und zu Festnahmen führen.“ Intensiv will die Polizei diesmal soziale Medien nutzen, besonders über Twitter will man mit den Demonstranten eine Kommunikationsebene aufbauen.

Den Auftakt bilden zwei Versammlungsmärsche. Einer führt ab 16 Uhr von der Wallensteinstraße bis zum Schottentor, von dort geht es in einem zweiten Demonstrationszug bis zum Stephansplatz. Mit Verkehrsbehinderungen ist zu rechnen.

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