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Strache: „Wir verhandeln mit der ÖVP auf Augenhöhe“

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache versichert, sollte ihn die ÖVP zu Regierungsverhandlungen bitten, werde es keine Parallelgespräche mit der SPÖ geben. Von Michael Jungwirth

Wie zuversichtlich sind Sie, dass die ÖVP mit der FPÖ in Regierungsverhandlungen tritt?

HEINZ-CHRISTIAN STRACHE: Wir hatten ein sehr gutes, offenes Gespräch, wo wir die Themenfelder abgeklopft haben. Ich orte auf beiden Seiten ein ehrliches Wollen einer Veränderung und eines neuen Stils. Die ÖVP und die FPÖ sind die beiden Wahlgewinner. Der Ball liegt bei der ÖVP, aber ich bin guter Dinge und habe die Hoffnung, dass wir kommende Woche zu Regierungsgesprächen eingeladen werden.

Was sind die inhaltlichen Knackpunkte?

So weit sind wir noch nicht. Wenn wir eingeladen werden, werden wir die Einladung annehmen und ehrliche Gespräche führen. Der Wunsch nach einer Veränderung ist groß, es kann in der Republik nicht mehr so weitergewurstelt werden wie bisher.

Woraus besteht denn die blaue Handschrift? Muss der Kammerzwang abgeschafft werden?

Wir werden uns ernsthaft und konsequent bemühen, ein Regierungsprogramm mit einer freiheitlichen Handschrift auszuverhandeln. Ganz bewusst füge ich hinzu: Wir verhandeln mit der ÖVP auf Augenhöhe, denn seit dem Wahlsonntag gibt es drei ungefähr gleich große Mittelparteien.

Noch einmal die Frage: Muss der Kammerzwang weg? Die ÖVP-Politiker Sobotka und Schützenhöfer können sich das offenbar durchaus vorstellen.

Es freut mich, dass unsere Vorstellungen in der ÖVP auf Gehör stoßen.

Ist das Innenministerium eine Koalitionsbedingung?

Als Sicherheitspartei wollen wir ein Ressort, um unsere Vorstellungen umzusetzen. Alle anderen Fragen, wo es eine rote Linie gibt, klären wir am Verhandlungstisch, nicht via Medien.

Bleibt Rot-Blau eine Option?

Rechnerisch ist es eine Option, nur sehe ich diese Option zurzeit überhaupt nicht. Dass Kern wieder Bundeskanzler wird, lässt sich aus dem Wahlergebnis in keiner Weise ableiten. Noch dazu gibt es den aufrechten Parteitagsbeschluss der SPÖ, nicht mit uns zusammenzuarbeiten. Ich glaube, die SPÖ benötigt dringend eine Aufarbeitungsphase.

Heißt es, Sie könnten sich Gespräche mit Doskozil vorstellen, mit Kern allerdings nicht?

Das ist doch nicht das Thema. Am Wahlsonntag haben fast 60 Prozent der Österreicher ein freiheitliches Programm gewählt. Sollten wir von der ÖVP zu Regierungsgesprächen eingeladen werden, wird es keine Parallelverhandlungen mit der SPÖ geben.

Wann soll die Regierung stehen? Zu Weihnachten?

Durchschnittlich dauern Koalitionsverhandlungen in Österreich um die 60 Tage. Ich meine allerdings, wir sollten nicht hudeln und uns unter Zeitdruck setzen. Wichtig ist, dass sich die richtigen inhaltlichen Punkte in einem Regierungsprogramm wiederfinden. Das erwarten sich die Österreicher von uns.

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