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Die Akte Manafort

Das FBI klagt mehrere enge Ex-Mitarbeiter Donald Trumps an: Es geht um Verschwörung, geheime Russland-Verbindungen und jede Menge schmutziges Geld.

Der frühere Wahlkampfmanager von US-Präsident Donald Trump ist in der Russlandaffäre wegen Geldwäsche und Verschwörung gegen die USA angeklagt worden.

Paul Manafort würden auch Verstöße gegen Lobby- und Bankengesetze sowie die Abgabe falscher Finanzerklärungen vorgeworfen, teilte Sonderermittler Robert Mueller mit.

Auch gegen Manaforts früheren Geschäftspartner Rick Gates wurde Anklage erhoben. Mueller untersucht, ob Mitglieder von Trumps damaligem Team in die Affäre um eine mutmaßliche Beeinflussung der Präsidentenwahl durch Russland verwickelt sind. Beim ersten Gerichtstermin am Montag haben beide auf „nicht schuldig“ plädiert.

In Washington ist Manafort bestens bekannt: Schon 1976 arbeitete er für den Republikaner Gerald Ford und organisierte für den damaligen Präsidenten die Mehrheit, um beim Parteitag zum Kandidaten gekürt zu werden. Manafort, der Anwalt mit italienischen Vorfahren, ist bekannt dafür, im Hintergrund die Fäden zu ziehen, und war auch deshalb für Trumps Team attraktiv. Nachdem er 1980 in den Südstaaten einen sehr erfolgreichen Wahlkampf für Ronald Reagan geführt hatte, gründete er nach dessen Wahlsieg die Lobbyfirma Black, Manafort, Stone and Kelly.

Manafort scheffelte mit seinen guten Kontakten zu Spitzenpolitikern Millionen. Im Laufe der Zeit spezialisierte er sich darauf, seine Erfahrungen als Wahlkampfmanager im Ausland einzusetzen und internationale Kunden zu beraten. So war er auch für den ehemaligen philippinischen Diktator Ferdinand Marcos tätig. Zu seinen Kunden gehörte auch der ehemalige ukrainische Ex-Präsident Viktor Janukowitsch und dessen „Partei der Regionen“, für die er seit 2004 tätig war, wie die „Washington Post“ berichtet. Janukowitsch, ein Freund Moskaus, lebt heute in Russland im Exil.

Nun stellte sich Paul Manafort also dem FBI in einer Außenstelle der Bundespolizei in der Hauptstadt Washington.

Der Anklageschrift zufolge gibt es insgesamt zwölf Punkte, die eine Geschworenenjury gegen den 68-Jährigen vorbringt. Der Vorwurf der Geldwäsche könnte Manafort bis zu 20 Jahre hinter Gitter bringen. Ob die Anklage auch die Arbeit Manaforts im Wahlkampf betrifft, ist noch nicht eindeutig geklärt. In der Anklageschrift wird bisher weder Donald Trump noch dessen Wahlkampf erwähnt.

Doch zwischen Juni und August 2016 war Manafort Trumps Wahlkampfmanager. Nach den Berichten, er habe Millionen Dollar an illegalen Zuwendungen für seine Mitarbeit bei einer prorussischen Partei in der Ukraine erhalten, trat er zurück. Heuer im Juli wurde Manaforts Wohnung in diesem Zusammenhang durchsucht.

US-Präsident Donald Trump hatte stets bestritten, dass sein Wahlkampfteam mit Russland zusammengearbeitet habe, die Ermittlungen nannte er eine „Hexenjagd“. Im Zusammenhang mit den Nachforschungen hatte Trump allerdings FBI-Chef James Comey entlassen.

US-Geheimdienste waren in einem im Jänner veröffentlichten Bericht zu dem Schluss gekommen, der russische Präsident Wladimir Putin habe eine Beeinflussung des US-Wahlkampfs zugunsten Trumps und gegen Clinton angeordnet. So sollen Hacker peinliche E-Mails ausgespäht und veröffentlicht haben. Zudem soll im Auftrag Russlands Anti-Clinton-Propaganda in sozialen Netzwerken verbreitet worden sein.

Ebenfalls angeklagt wurde nun ein früherer außenpolitischer Berater der Trump-Kampagne, George Papadopoulos. Er bekannte sich nach Angaben von Muellers Sprecher schuldig, Falschaussagen über seine Kontakte zu einem Informanten mit Verbindungen nach Moskau gemacht zu haben, der ihm belastendes Material über die frühere Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton angeboten haben soll.

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