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Rückzug in schweren Zeiten

In der Vorwoche gab Wirtschaftskammerchef Christoph Leitl seinen vorzeitigen Abschied bekannt. Nun tat es ihm AK-Präsident Rudolf Kaske gleich.

Die Meldung kam aus heiterem Himmel. Arbeiterkammerpräsident Rudolf Kaske, seit 2013 in dieser Funktion, geht vor Ablauf seiner Amtszeit. Im April des kommenden Jahres soll die Amtsübergabe stattfinden, bis dahin wolle er kämpfen wie ein Löwe. Amtsmüdigkeit, die ihm in Medienberichten unterstellt worden war, bestreitet Kaske und gibt private Gründe für sein vorzeitiges Ausscheiden aus der wichtigen Funktion an. Seine Frau sei schwer erkrankt und brauche ihn. „Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die haben mit dem beruflichen Leben nichts zu tun“, sagte Kaske zu seinen Beweggründen. Ob er sich nach 48 Berufsjahren tatsächlich ganz ins Privatleben zurückziehen wird, steht allerdings noch offen. Immer wieder wurde Kaskes Name im Zusammenhang mit einer führenden Position im Pensionistenverband der SPÖ genannt.

Kaskes Aufstieg in der Gewerkschaft, der ihn 2013 an die Spitze der Arbeiterkammer führte, begann als Zentralsekretär in der Kleinstgewerkschaft HGPD. Kaske kämpfte mit spektakulären Aktionen für die Rechte der ihm Anvertrauten. Bis heute ist der gelernte und leidenschaftliche Koch stolz darauf, wie er die Fünf-Tage-Woche in der Gastronomie durchgesetzt hat. Mit 500 Gleichgesinnten besuchte er einst das Salzburger „Sternbräu“, man bestellte ein billiges Getränk und wich stundenlang nicht mehr. Die Aktion galt dem ÖVP-Politiker Günter Puttinger, der Eigentümer des Lokals und Gegner der Fünf-Tage-Woche für seine Mitarbeiter war.

Ab 1995 also stand der Streitbare der HGPD vor, seit 2006 der neu gegründeten „vida“. Besonders aus den Jahren der Schwarz-Blauen sind starke Ansagen von ihm überliefert. „Wenn einmal dieses Arbeitslosenheer marschiert, dann brennt die Republik“, sagte Kaske 2000, als die Regierung Schüssel erste Sparmaßnahmen bekannt gab, und handelte sich damit massive Kritik ein. Zurückgenommen hat er die Aussage nicht.

Als Präsident führte Kaske die Arbeiterkammer jedoch in konziliantem, pragmatischem Stil. Als er am Dienstag seinen vorzeitigen Rückzug ankündigte, sagte er, seine Politik sei getragen gewesen von Respekt gegenüber den Arbeitnehmern und auch den Arbeitgebern.

Die Nachfolge ist völlig offen. Wolfgang Katzian, der Chef der „Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen“ (FSG), soll nun die Weichenstellung vorbereiten. Bis Ende März soll die Suche beendet sein, Ende April möchte Kaske sein Amt übergeben.

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