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Wer profitiert jetzt vomFamilienbonus?

Die Koalition schickt heute den Familienbonus, der ab 2019 gelten soll, in Begutachtung. In den Genuss kommen nicht alle Kinder. Geringverdiener steigen schlechter aus.

1 Was hat die Regierung mit dem Familienbonus vor?

Die türkis-blaue Koalition ist mit einer doppelten Ansage gestartet: Man wolle den Bürger entlasten. In den Mittelpunkt der Maßnahmen sollten die Familien rücken. Um diesen Schritt PR-mäßig mit fröhlichen Bildern zu unterlegen, haben Kanzler, Vizekanzler und die Familienministerin gestern eine Handvoll junger Eltern mit Kindern ins Kanzleramt geladen. FPÖ-Chef Strache amüsierte sich über den „wundervollen Privatkindergarten“.

2 Wie sieht die als „Familienbonus plus“ bezeichnete Entlastung aus?

Der Bonus ist eine Steuergutschrift in Höhe von 1500 Euro – pro Kind und pro Jahr. Ab dem 18. Lebensjahr sinkt die Gutschrift auf 500 Euro. Der Steuerbonus ist additiv, bei zwei, drei Kindern erhöht sich die Gutschrift auf 3000, 4500 Euro. Voll ausgeschöpft werden kann der Bonus laut Finanzministerium von einem Alleinverdiener mit einem Kind ab 1750 Euro brutto, mit zwei Kindern ab 2300, mit drei Kindern ab 2650 Euro brutto.

3 Wie komme ich in den Genuss der Regelung?

Der Bonus kann wahlweise über die Lohnverrechnung im Jahr 2019, über die Steuererklärung oder die Arbeitnehmerveranlagung 2019 (mit Auszahlung 2020) in Anspruch genommen werden.

4 Sind alle Kinder bzw. deren Eltern Nutznießer der Regelung?

Nein. Ursprünglich war geplant, dass nur Eltern, die auch Lohn- und Einkommensteuer zahlen, also der klassische Mittelstand, davon profitieren. Nun werden auch Niedrigverdiener entlastet – mit 250 Euro pro Kind und pro Jahr. Voraussetzung ist, dass man Alleinerzieher oder Alleinverdiener ist.

5 Werden dadurch andere Familienleistungen gestrichen?

Ja, künftig können die Kinderbetreuungskosten nicht mehr abgesetzt werden, auch entfällt der Kinderfreibetrag. Finanzminister Hartwig Löger unterstrich bei der gestrigen Präsentation, dass der Bonus eine zusätzliche Maßnahme sei und dass jährlich weiterhin neun Milliarden Euro an Familienförderungen fließen. „Die sind davon nicht berührt.“

6 Was ist mit Kindern im Ausland?

Aus europarechtlichen Gründen wird die Regelung auf Familien im Ausland ausgedehnt, allerdings dürfen sie nur in der EU- oder im EWR-Raum leben. Wer mit Familie in Istanbul oder ab 2020 in London (nach Brexit) lebt, hat Pech gehabt. Wie bei der Familienbeihilfe soll auch der Bonus von der Kaufkraft im jeweiligen Land abhängig sind. Nach Rumänien fließt weniger, nach Schweden mehr.

7 Was kostet die Regierung der Bonus?

Der Bonus allein kostet den Staat 1,5 Milliarden Euro, durch den Wegfall der Absetzbarkeit der Kinderbetreuung sind es unter dem Strich nur 1,2 Milliarden Euro.

8 Was sagt die Opposition dazu?

Die Opposition kritisiert, dass vom schwarz-blauen Familienbonus nicht alle Kinder gleichermaßen profitieren sollen. SPÖ, Neos und Liste Pilz plädierten für einen höheren Mindestbonus für Geringverdiener.

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