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Grünes Entsetzen und Parteiaustritt

Parteichef Kogler nimmt Glawischnigs Job zur Kenntnis, andere sind entsetzt.

Es hätte eine entspannte Zugfahrt in den Süden werden sollen, um mit den Kollegen das Wahlkampffinale zu feiern. Doch als gestern gegen 9 Uhr früh das Handy von Werner Kogler läutete, war es mit der Entspannung vorbei. Nicht nur, weil die Verbindung auf der Südbahn öfters abriss. Vorvorgängerin Eva Glawischnig teilte dem Chef der Grünen mit, dass sie am Vormittag ihr Engagement beim Glücksspielkonzern Novomatic bekannt geben werde. Kogler nahm die Mitteilung zur Kenntnis, wenig später folgte der Sturm der Entrüstung in der Öffentlichkeit.

Zu Mittag telefonierten die beiden erneut. „Sie hat mir gesagt, dass sie ihre Mitgliedschaft bei den Grünen zurücklegt“, erzählt Kogler. Damit kam sie wohl einem Parteiausschluss zuvor. Glawischnigs neuen Job will Kogler nicht weiter kommentieren. „Wenn sie sich als Privatperson für diese Tätigkeit entscheidet, ist das ihre Sache.“ Man werde die „Machenschaften dieses Konzerns und der Glücksspielbranche weiter kritisieren und bekämpfen“, sagt Kogler. „Novomatic ist unser Gegner, nicht Eva Glawischnig.“

Für die Kärntner Grünen kam die Ankündigung der Kärntnerin zwei Tage vor der Landtagswahl zur Unzeit. Sie kämpfen mit Rolf Holub ohnehin ums politische Überleben. Holub holte beim Wahlkampfabschluss in Klagenfurt gegen Konzerne und Korruption aus. Zu Glawischnig wollte er auch auf mehrmalige Nachfrage hin keinen Kommentar abgeben. Kogler habe alles gesagt.

Von anderen Grünen hagelte es Kritik. Der steirische Landeschef Lambert Schönleiter ist „sprachlos“. Den Kärntnern habe Glawischnig „einen Bärendienst erwiesen“. Der Vorarlberger Johannes Rauch zeigt „null Verständnis“. Und der EU-Abgeordnete fühlt sich wie ein „Volltrottel“. Er hatte Glawischnig rund um ihren Rücktritt öffentlich verteidigt. Wolfgang Fercher

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