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Al-Sisi wie erwartet als Präsident bestätigt

Die niedrige Wahlbeteiligung spricht jedoch gegen starken Rückhalt bei den Ägyptern.

Bei der Präsidentschaftswahl in Ägypten ist Staatschef Abdel Fattah al-Sisi nach Angaben der Staatsmedien im Amt bestätigt worden. Nach ersten Prognosen habe er 92 Prozent der Stimmen auf sich vereint, meldeten die Zeitung „Akhbar al-Jum“ sowie die Nachrichtenagentur Mena übereinstimmend. Offiziell soll das Wahlergebnis erst am Montag verkündet werden. Der Sieg des Amtsinhabers galt bei der international kritisierten Wahl als sicher. Sämtliche Widersacher waren verhaftet worden oder hatten ihre Bewerbung zurückgezogen. Der einzige weitere Kandidat, der unbekannte Politiker Mussa Mostafa Mussa, hatte sich als Anhänger des Präsidenten zu erkennen gegeben.

Das Augenmerk richtete sich daher auf die Wahlbeteiligung, die als Indiz für die Zustimmung für den seit 2014 amtierenden Ex-General gilt. Etwa 23 der 60 Millionen Wahlberechtigten hätten bei der dreitägigen Präsidentenwahl von Montag bis Mittwoch ihre Stimme abgegeben, hieß es am Donnerstagabend in den Berichten der staatlichen Medien.

Die Wahl 2014 hatte al-Sisi mit knapp 97 Prozent der Stimmen gewonnen. Da die Beteiligung damals zunächst nur bei 37 Prozent lag, fügten die Behörden kurzerhand einen dritten Wahltag an, sodass die Quote letztlich auf 47,5 Prozent stieg. Al-Sisi hatte nach dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi im Juli 2013 die Macht in Ägypten übernommen und wurde 2014 erstmals zum Präsidenten gewählt. Viele Ägypter sehen in ihm den „starken Mann“, der dem Chaos nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Hosni Mubarak durch einen Volksaufstand im Jahr 2011 ein Ende setzte.

Zahlreiche Menschenrechtsgruppen werfen al-Sisi allerdings vor, dass seine Herrschaft mittlerweile repressiver sei als die von Mubarak. Dies und die anhaltende Wirtschaftskrise samt erheblichen Preissteigerungen schaden dem Ansehen des ägyptischen Staatschefs, der auch wirtschaftliche Stabilität versprochen hatte.

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