Kontakt

Neue Zeitungs GmbH
Gutenbergstraße1
6858 Schwarzach

Phone: 0043 5572 501 500

Nun wird Seehofers Rücktritt gefordert

Deutschlands Innenminister freute sich über 69 Abschiebungen zu seinem 69er: Einer der 69 beging Suizid.

Einmal im Monat hebt von einem deutschen Flughafen eine Maschine mit dem Ziel Kabul ab, deren Passagiere nicht freiwillig an Bord sind. Zuletzt startete am Dienstag vor einer Woche von München aus ein Flugzeug mit 69 abgelehnten Asylwerbern, die nach Afghanistan abgeschoben wurden. Das war die bisher größte Gruppe seit Beginn der Sammelabschiebungen im Dezember 2016. Bundesinnenminister Horst Seehofer zeigte sich eine Woche später hochzufrieden über die hohe Zahl.

„Ausgerechnet an meinem 69. Geburtstag sind 69 – das war von mir nicht so bestellt – Personen nach Afghanistan zurückgeführt worden“, sagte der CSU-Politiker an diesem Dienstag, als er in Berlin seinen sogenannten Masterplan Migration vorstellte. „Das liegt weit über dem, was bisher üblich war“, so Seehofer sichtlich zufrieden. Ein wichtiger Teil seines Plans ist, dass Menschen, die kein Bleiberecht in Deutschland haben, häufiger und schneller abgeschoben werden sollen.

Einen Tag später ist bekannt geworden, dass einer der Abgeschobenen sich in Kabul das Leben genommen hat. Wie die Internationale Organisation für Migration (IOM), eine Unterorganisation der UNO, am Mittwoch bestätigte, wurde der Mann tot in einer Übergangsunterkunft aufgefunden, die die IOM Rückkehrern zur Verfügung stellt. Nach Angaben der afghanischen Behörden hat sich der Mann erhängt. Ein Sprecher Seehofers bestätigte den Tod und bezeichnete ihn als „fürchterlichen Vorfall“. Ersten Informationen zufolge handelt es sich um einen 23-Jährigen aus der Provinz Balkh, der die letzten Jahre in Hamburg gelebt hat. Nach Angaben der Hamburger Behörden sei der Mann wegen Diebstahls und noch anderer Delikte verurteilt worden. Der Mann sei 2011 eingereist, sein Asylantrag sei aber abgelehnt worden. Zuletzt hatte er nur noch eine Duldung. Er sei nun abgeschoben worden, weil er vollziehbar ausreisepflichtig gewesen sei. Nun werden Forderungen nach Seehofers Rücktritt laut.

Kordula Doerfler, Berlin

Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Entdecken Sie die NEUE in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.