Politik

Anschober drängt auf Verschärfungen

23.03.2021 • 08:35 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Gesundheitsminister Anschober drängt auf verschärfte Maßnahmen in der Ostregion
Gesundheitsminister Anschober drängt auf verschärfte Maßnahmen in der Ostregion APA/HELMUT FOHRINGER

Intensivmediziner und Virologen warnen vor überfüllten Spitälern.

Der mit Spannung erwartete Gipfel von Bund und Ländern zur weiteren Bekämpfung der Corona-Pandemie hat am Montag kaum greifbare Ergebnisse gebracht. Weder kommt es zu Lockerungen noch zu Verschärfungen. Allerdings werden zwischen Gesundheitsministerium und Ländern der Ostregion bereits heute in einem weiteren Gipfel “Maßnahmen” diskutiert. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) will dabei auf Verschärfungen wie FFP2-Maskenpflicht in allen Inneräumen drängen.

Auch ein vorübergehender Übergang ins Distance Learning ist für den Minister noch nicht vom Tisch, sagte er in der “ZiB2” Montagabend. Anschober wollte auf mögliche Verschärfungen in den von der britischen Variante besonders betroffenen Ländern Wien, Niederösterreich und Burgenland freilich nicht im Detail eingehen, er drängt aber auf Maßnahmen zur Eindämmung der hohen Infektionszahlen, gab er zu verstehen. “Wir sind nicht über dem Berg. Ich werde alles tun, damit das geschieht, was notwendig ist.”

Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) begründete in der Pressekonferenz nach den Beratungen das Ausbleiben von Öffnungen etwa der Gastgärten damit, dass die Experten entsprechende Einschätzungen abgegeben hätten. Nur in Vorarlberg wird man den Pilotversuch fortführen. Wo nach Ostern die Lage an den Intensivstationen stabil ist, wird es ebenfalls zu Lockerungen kommen. Ziel sei es nach wie vor, die Gastronomie, den Sportbereich, die Kultur und den Tourismus so schnell wie möglich zu öffnen.

Sofort-Maßnahmen bei Inzidenz über 400

In Regionen, wo die Fallzahlen über 400 pro 100.000 Einwohner liegen, müssen künftig Sofort-Maßnahmen gesetzt werden. Dass man weiter regional vorgehen will, war eigentlich schon letzten Montag erklärt worden – viel konkreter wurde es diesen Montag vorerst auch nicht. Die Inzidenz von 400 löse einen “Automatismus” zum Handeln aus, je nach Region können die Maßnahmen aber unterschiedlich sein, verwies Kurz auf Nachfrage auf eine “Toolbox” an Möglichkeiten von Ausfahrttests bis Distance Learning.

Von Schulschließungen war vorerst aber nicht die Rede. Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) will diese auch möglichst verhindern und versicherte, beim in den kommenden Tagen stattfindenden Gipfel mit dem Gesundheitsministerium auf die gelindesten Mittel zu setzen. Allerdings kann er sich noch rigidere Maßnahmen vorstellen, wenn ein Fall in einer Klasse auftritt. Das würde bedeutet, dass schon bei einer Infektion die Klasse geschlossen wird. Derzeit geschieht das erst bei zwei Fällen.

Handel dürfte offen bleiben

In Wien, Niederösterreich und dem Burgenland gibt es ja ein Problem mit der Ausbreitung der britischen Variante und damit eine “angespannte Situation” auf der Intensivmedizin, wie Kurz es am Montag ausdrückte. Dass in der Ostregion der Handel wieder zusperren muss, dürfte aber nicht drohen: Im Handel gebe es Sicherheitsmaßnahmen und man sehe dort keine großen Ansteckungen, erklärte Ludwig, und auch Kurz meinte, der Handel sei “definitiv nicht ein Bereich, wo wir ein Problem haben”.