Politik

Vorarlbergs Wirtschaft zeigt sich stressfest

20.07.2021 • 20:25 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Landesrat Marco Tittler, Landeshauptmann Markus Wallner und WISTO-Geschäftsführer Jimmy Heinzl (von links) bei der Präsentation der Studie.<br><span class="copyright">Bals/VLK</span>
Landesrat Marco Tittler, Landeshauptmann Markus Wallner und WISTO-Geschäftsführer Jimmy Heinzl (von links) bei der Präsentation der Studie.
Bals/VLK

Die Vorarlberger Wirtschaft bewies angesichts der Krise eine hohe Resilienz.

Im Lauf der Pandemie kam beim Land Vorarlberg die Idee auf, die Widerstandsfähigkeit der heimischen Wirtschaft auf den Prüfstand zu stellen, um aus den Ergebnissen Lehren für die Zukunft ziehen zu können. Dazu gab die Wirtschafts-Standort Vorarlberg GmbH bei der oberösterreichischen Pöchhacker Innovation Consulting eine Studie in Auftrag, deren Ergebnisse nun vorliegen. Einerseits wurde eine quantitative Umfrage mit 107 Unternehmern durchgeführt, deren Schwankungsbreite je nach Rückmeldung allerdings bei acht bis neun Prozent lag, andererseits wurden auch qualitative Interviews geführt und eine Netzwerkanalyse erstellt.

Im Ergebnis wurde die von der Politik bereits mehrfach betonte Widerstandskraft der Vorarlberger Wirtschaft in der Pandemie betont. Einen Grund dafür sieht man im Branchenmix und dem hohen Anteil des produzierenden Gewerbes. Bei der Sachgüterproduktion liege man zehn Prozentpunkte über dem Österreichschnitt, so Wirtschaftslandesrat Marco Tittler. Jeder dritte Vorarlberger Erwerbstätige arbeite im produzierenden Bereich. Allein die Warenherstellung erwirtschafte 4,7 Milliarden Euro.

Regionale Wertschöpfung

Die Bedeutung lokaler Beschaffungsketten wurde ebenfalls hervorgestrichen, diese hätten den heimischen Unternehmen in der Krise geholfen, ihre Produktion aufrecht zu erhalten. Allerdings, so Tittler, sei ein rein lokales Wirtschaften in einer globalisierten Welt nicht möglich. Die Unternehmen griffen auf internationale Beschaffungen zurück, wenn lokale nicht möglich seien. Es habe sich auch als aussichtslos erwiesen, bestimmte Industriezweige nach Vorarlberg zurückholen zu wollen. Das Land sei als Standort für Halbleiterproduktionen oder eine petrochemische Industrie ungeeignet. Man sei in Vorarlberg auch auf den Export angewiesen. „Die Sachgüterproduktion und die Stärke auf den internationalen Märkten ist ein Stück weit unser Geschäftsmodell in Vorarlberg“, gab Jimmy Heinzl, Geschäftsführer der Wirtschafts-Standort Vorarlberg GmbH (WISTO), zu bedenken. Bemerkenswert sei aber, dass die befragten Unternehmer örtliche Lieferanten auch deshalb vorziehen, weil sie einen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung leisten wollten.

Landeshauptmann Markus Wallner betonte die Bedeutung des aktuellen Wirtschaftsaufschwungs für die sinkende Arbeitslosigkeit, aber auch im Hinblick auf die angespannte Haushaltslage. Arbeitnehmer wolle man „ausbilden und weiterbilden, wo wir können“.