Politik

Schulstart: Drei Wochen lang Fahren auf Sicht

25.08.2021 • 19:13 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) gaben die neuen Maßnahmen am Mittwoch im Zuge einer Pressekonferenz bekannt. <span class="copyright">APA</span>
Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) gaben die neuen Maßnahmen am Mittwoch im Zuge einer Pressekonferenz bekannt. APA

So will die Regierung die Pandemie nach dem Ferienende in Schach halten.

Von Claudia Gigler

Das sind die Spielregeln für den Schulbeginn, die Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) am Mittwoch gemeinsam bekanntgaben: In den ersten drei Schulwochen müssen alle Schüler und Lehrer unabhängig von ihrem Impfstatus dreimal wöchentlich testen. Danach gelten lockerere, bei mittlerem oder höherem Risiko wieder strengere Regeln. Diese werden auch regional festgelegt werden.

„Sicherheitsphase“

Die „Sicherheitsphase“ zu Schulbeginn wird also nicht, wie ursprünglich angekündigt, zwei, sondern drei Wochen dauern: Schüler testen – im Regelfall am Montag mit einem Antigen- und einem PCR-Test und am Donnerstag erneut mit einem Antigentest. Bei geimpften Lehrern reichen drei Antigen-Tests, ungeimpfte müssen einmal pro Woche einen externen PCR-Test bringen. Anschließend soll ein auf der 3-G-Regel basierendes System gelten, das etwa Geimpfte von der Testpflicht befreit, abhängig allerdings von den Fallzahlen.

In der „Sicherheitsphase“ müssen alle Schülerinnen und Schüler außerhalb der Klasse eine Maske tragen, ungeimpfte Lehrer auch im Klassenraum. In den Volksschulen dürfen Eltern am ersten Tag mit in die Schule kommen, allerdings nur mit Maske und 3-G-Nachweis.

Risikostufen

Für die Zeit danach gelten folgende Risikostufen und Regeln, wobei Letztere auch regional adaptiert werden können:

Stufe 1 (niedriges Risiko): Bis zu einer 7-Tages-Inzidenz von 100, Schüler testen nur freiwillig. Maskenpflicht besteht keine, ungeimpfte Lehrer müssen immer ein gültiges Testzertifikat vorweisen, wobei einmal pro Woche ein externer PCR-Test gebracht werden muss.

Stufe 2 (mittleres Risiko): Bei einer 7-Tages-Inzidenz zwischen 100 und 200, alle Schüler und Lehrer innerhalb des Schulgebäudes müssen wieder Mund-Nasen-Schutz tragen, aber nicht in der Klasse, während des Unterrichts. Es sind dann auch wieder Testungen vorgesehen.

Stufe 3 (hohes Risiko): Ab einer 7-Tages-Inzidenz von 200, die Maske wird für Oberstufenschüler in der Klasse wieder Pflicht, ebenso für die Lehrer.

7-Tages-Inzidenz „risikoadjustiert“

Die 7-Tages-Inzidenz wird dabei künftig „risikoadjustiert“, das heißt, es fließen Rahmenbedingungen wie das Alter der Corona-Patienten und die Belegung der Intensivstationen oder die Zahl der Tests mit ein. Schulveranstaltungen können bei geringem Risiko durchgeführt werden, ab mittlerem Risiko nur nach Risikoanalyse. Bei hohem Risiko sind Schulveranstaltungen untersagt. Konferenzen und Sprechstunden finden digital statt. Singen und Turnen muss ab mittlerem Risiko möglichst im Freien stattfinden – zumindest aber mit Sicherheitsabständen.

Die Entscheidung, welche Schüler bei einer Corona-Infektion in der Klasse daheimbleiben müssen, treffe die lokale Gesundheitsbehörde. Es gebe aber die Empfehlung, geimpfte Schüler als K2-Personen einzustufen – diese könnten also trotz Corona-Infektion eines Klassenkollegen weiter in die Schule gehen.

Appell zur Impfung

Faßmann und Mückstein wiederholten den Appell an alle, sich möglichst noch vor Schulbeginn impfen zu lassen. Alle Tests und Impfungen der Schüler werden im „Ninja-Pass“ vermerkt und gelten auch als Nachweis für außerschulische Veranstaltungen.

Bei Neu- und Umbauen an Schulen werden dort, wo schlecht gelüftet werden kann oder vermehrt Aerosole entstehen (in Sport- und Musikzimmern etwa) Luftreinigungsanlagen installiert. In 300 Schulen Österreichs wird im Detail das Ausbreitungsgeschehen dokumentiert. Und österreichweit werden die Abwässer auf Corona-Viren untersucht.