Politik

“Laschet steht als schlechter Verlierer da”

27.09.2021 • 18:10 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Armin Laschet beansprucht als Zweiter das Kanzleramt
Armin Laschet beansprucht als Zweiter das Kanzleramt AFP

Politologe sagt CDU-Kandidaten keine glänzende Zukunft voraus.

In Deutschland wetteifern die beiden Ersten darum, wer den Kanzleranspruch stellen darf. Ist es wirklich klug, dass Armin Laschet so tut, als wäre er trotz der Verluste und Platz zwei der „natürliche Kanzler“?

GERO NEUGEBAUER: Er steht damit auf alle Fälle als schlechter Verlierer da – handelt jedoch wider besseres Wissen. Laschet hat nach Zahlen und nach moralischen Kriterien verloren, selbst wenn er Recht hat, dass auch der Verlierer einen Versuch starten darf, eine Koalition zu bilden. So zu tun, als ob der Verlierer ein ehrenvoller Zweiter und der Sieger nur „Vorletzter“ sei, ist angesichts der hohen Verluste der Union gegenüber 2017 fragwürdig.

Wie wahrscheinlich ist es überhaupt, dass der Kanzler am Ende noch Armin Laschet heißen wird?

Meines Erachtens unwahrscheinlich, denn es beginnt in der Union bereits eine Auseinandersetzung über seine Legitimation, eine Regierung anführen zu wollen – nach diesem Stimmenverlust, der auf eine geringe Wertschätzung für den Kandidaten sowohl als Wahlkämpfer als auch als potenzieller Kanzler zurückgeführt wird. Wenn, dann käme eher eine Ablösung als CDU-Vorsitzender infrage.

Hat Markus Söder eines Tages noch eine Chance in Berlin?

Wenn Söder in zwei Jahren überzeugend die Landtagswahl gewinnt, wird er sich bestimmt wieder melden. Das jährliche lokale Oktoberfest hier kann er eröffnen, aber nichts genaues weiß man nicht, denn für den Bundespräsidenten ist er noch zu jung, und als Cola-Light-Trinker wird er misstrauisch beäugt.

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